Jep, ich bin der Typ mit Vollbart, Brille und kariertem Hemd. Demnächst bestimmt mehr auf Bitterschlag.de...
Freitag, April 30, 2010
Ausschnitte aus der Bitterschlag Osterlesung "Ein Ei gegen die Krise"...
Labels:
Bitterschlag,
BrennendeBuchstaben,
Buch,
Lesungen,
Literatur
| Reaktionen: |
Donnerstag, April 29, 2010
Ein echter Brüller...
N-TV berichtet zur besten Sendezeit über "Chatroulette". Der Moderator führt das Konzept vor - und gerät gleich beim zweiten Chatpartner an einen jungen Mann, der sich die Blättchen vom Bonsai schüttelt. Es ist doch immer wieder drollig, wenn das Fernsehen über ein Medium berichtet, von dem es einfach keinen blassen Schimmer hat. Mehr dazu hier...
Labels:
Medien,
Netzkultur,
Netzunkultur
| Reaktionen: |
Mittwoch, April 28, 2010
Little Brother...
Ich hab's heute morgen beendet. Um kurz vor 1 Uhr. Das sagt eigentlich schon alles. Ja, ist lange her, dass mich ein Buch so gefesselt hat. Und noch länger her, dass ich so involviert war, dass ich schon fast nicht gewagt habe, das Ende zu lesen, weil ich befürchtete, die Sache könnte böse ausgehen. Dass ich da einen Roman für Jugendliche in den Händen halte, das war mir eigentlich nie wirklich bewusst. Doktorow positioniert seine Story über den Ausnahmezustand in San Francisco so nah an der Realität, dass man sich selbst jetzt noch mit Marcus Yallow identifziert, auch wenn man mittlerweile mehr als doppelt so alt ist wie Doktorows Hauptfigur. Seine Revolutionsstory reißt einen mit, gerade weil man weiß, dass man sich genau jetzt und hier in einem zum Überwachungsstaat mutierenden Land befindet und weil all die Guantanamo Bays sowieso längst Realität sind - genau wie die Laptops mit denen amerikanischen Schulen ihre Schüler sogar noch schlafend filmen. Rotzfrech lässt Doktorow seine "Kleinen Brüder" ausgerechnet mit modifizierten Spielkonsolen den Kampf gegen das System aufnehmen. Statt Steine zu werfen drehen sie dem Staat mit Cleverness und Witz eine lange Nase, dass es Gandhi eine Wonne wäre. Unterstützt werden sie von LARP-Spielern, Bloggern, Punk Bands und der Piratenpartei. Näher am Puls der Zeit geht's nicht. Das ist Cyberpunk mit klarer Betonung auf Punk und die Mischung rockt.
Ich schrieb schon vor einigen Tagen, dass ich "Little Brother" für einen Weckruf halte, ein Update der Big Brother Schreckensvision, vor der niemand mehr Angst hat, weil 1984 ja schon fast 30 Jahre her ist und viele irrtümlich meinen, es könne ja nix mehr schiefgehen. Little Brother ist das überfällige Update der Orwellschen Warnung, das wie ein aktualsierter Virenscanner die Gefahr signalisiert, in der wir uns gerade jetzt befinden. Die totalitäre Sicherheitsgesellschaft ist keine Decke in der wir uns sicher zur Ruhe betten können und wohlig warm ruhen, sondern eine Zwangsjacke, die uns früher oder später zur Bewegungslosigkeit verdammt. Little Brother gehört in den Unterricht und das viel mehr als all die alten verstaubten Klassiker mit zwar zeit- aber ebenso belanglosen Inhalten, mit denen man Schülern den Spaß am Medium Buch endgültig verleidet. Zu dumm, dass viele von ihnen nie erfahren werden, dass ein Buch wie "Little Brother" überhaupt existiert.
Labels:
Buch,
Cyberpunk,
ScienceFiction
| Reaktionen: |
Übersehen: 3SAT berichtete über Mac Tonnies Blog...
Schon im letzten November zeigte 3SAT einen Bericht über die rechtlichen Probleme, wenn es um den digitalen Nachlass Verstorbener geht. In der Sendung wurde auch über das Blog des Amerikaners Mac Tonnies berichtet, der im Oktober letzten Jahres unerwartet an Herzversagen gestorben war. Bis heute sind zu seinem letzten Posting über 220 Kommentare eingegangen.
Labels:
Bloggen übers Bloggen,
Netzkultur
| Reaktionen: |
Dienstag, April 27, 2010
Event Ankündigung im Prinz: "Durch den virtuellen Spiegel"...

Am 28. Mai steigt unser RL/SL-Crossover Event "Durch den virtuellen Spiegel" im Schlachthof in Soest. Wir lesen life Texte und Stories zum Themenkomplex Realität und Virtualität und übertragen gleichzeitig nach SecondLife auf die Caerleon Sims wo gerade Gary Zabels Happening "Through the Virtual Looking Glass" stattfindet. Hier geht`s zum Veranstaltungshinweis im Prinz...
Labels:
Kultur,
Kunst,
Lesungen,
Literatur,
Medien,
OpenSim,
Second Life,
Singularität,
virtual Reality
| Reaktionen: |
Montag, April 26, 2010
Poastapocalyptic Shortmovie: "Connected"...
Für den Abend noch mal was extrem lebensbejahendes... nun ja. Hier kann man sich "Connected" anschauen...
Labels:
Cyberpunk,
Kurzfilme,
Postapokalypse,
ScienceFiction
| Reaktionen: |
Noch etwas Weite...
Labels:
Fotografie,
visuell
| Reaktionen: |
Sonntag, April 25, 2010
Wenn der Stier sich revanchiert...
Hach, ich könnte stundenlang zusehen, wie Robbenklopper ins Eis einbrechen, Hobbywilderer von Nashörnern niedergetrampelt, Jäger sich gegenseitig erschießen und Stierkämpfer von Stieren plattgewalzt werden. Der 470 Kilogramm schwere Stier Valeroso hat Star Torero José Tomás jetzt mal ganz genau erklärt, wie weh Stierkampf den Stieren tut. Applaus Valeroso. Das hast du hervorragend gemacht. Mein Mitleid für den Torero? Geht gegen Null. Zieh die bescheurten Klamotten aus und such dir nen Job, Tierquäler!!! Mehr dazu - vor allem mehr Bilder - hier...
Plantas Nomadas...
Gilberto Esparza fand hier schon mit seinen urbanen Parasiten Erwähnung. Sein neues Projekt ist noch ungewöhnlicher. Seine Plantas Nomadas sind Roboter in denen Pflanzen und Mikroorganismen leben. Sie versorgen die CPU der Maschine mit Energie. Benötigen sie Wasser, macht sich der Roboter auf die Suche nach einer geeigneten Wasserstelle. Mehr dazu hier...
Labels:
Cyberpunk,
KI,
Kunst,
Roboter,
ScienceFiction
| Reaktionen: |
Und noch etwas mehr Borkum...
Labels:
Fotografie,
visuell
| Reaktionen: |
Noch etwas mehr Borkum...
Labels:
Fotografie,
Nachdenken,
visuell
| Reaktionen: |
Samstag, April 24, 2010
Little Brother...
In den letzten Tagen hatte ich die Chance endlich Cory Doctorows "Little Brother" anzulesen. Ich bin begeistert, mehr als das sogar. Doctorows Buch hat mich so in seinen Bann geschlagen, dass ich, obwohl abends meist völlig übermüdet, in wenigen Tagen mehr als zweidrittel davon gelesen habe. "Little Brother" ist mehr als ein Buch. Ich würde es eher einen Weckruf für die kommende Generation nennen - zu dumm nur, dass viel zu vielen von denen scheißegal ist, dass sie zu gläsernen Bürgern gemacht werden...
Labels:
Cyberpunk,
Netzkultur,
Netzunkultur,
Überwachung
| Reaktionen: |
Wieder da...
Ich bin zurück. Von der Insel Borkum, um genau zu sein. War natürlich ein Trip beruflicher Art, aber mit einigen persönlichen Highlights. Hatte mich schon bei meinem ersten Besuch vor ein paar Jahren in die Insel verguckt. Diesmal präsentierte sie sich ruppiger. Zunächst. Vorgestern und gestern dann zwei tolle Frühlingstage. Ich fahr wieder hin..
Labels:
Fotografie,
visuell
| Reaktionen: |
Montag, April 19, 2010
Blogpause...
Aber nur eine ganz kurze, dann geht`s hier weiter. Man darf mich trotzdem beneiden...
Labels:
Bloggen übers Bloggen
| Reaktionen: |
Sonntag, April 18, 2010
Böser Bursche...
Kenzero ist ein putziger kleiner Virus, der sich über p2p Netzwerke insbesondere unter Hentai-Fans verbreitet, dann die Browser History des Downloaders ausliest und unter dessen Namen auf einer Website publiziert. Unangenehm für Pornokonsumente. Gegen Zahlung von 10 Pfund wird die peinliche Liste wieder aus dem Web entfernt. Klingt halb nach einem Hoax könnte aber unter Umständen funktionieren, wenn jemand sich tatsächlich mit seiner offiziellen Mailaddi bei einem p2p Netzwerk registriert. Mehr dazu auf der Website der BBC...
Samstag, April 17, 2010
Kanzlerin auf Irrflug durch Europa...
Die Tagesschau berichtete um halb 12, unsere Kanzlerin befände sich aufgrund der Vulkan -Aschewolken im Moment auf einem Irrflug durch Europa. Ich persönlich finde ja, sie befindet sich schon viel länger auf einem Irrflug. Nicht erst seit dem Vulkanausbruch in Island. Eher seit sie in die CDU eintrat...
| Reaktionen: |
Mehr Details über die Spähattacke auf Schüler in Philadelphia...
In den Lower Merion Schools waren Laptops an die Schüler vergeben worden. Allerdings hatte man auf den Maschinen Spyware installiert, mit der Screenshots übertragen und die Webcam unbemerkt aktiviert werden können. Auf diesem Wege waren die Schüler über einen längeren Zeitraum unbemerkt beobachtet worden. Mehr dazu hier...
Labels:
Paranoia,
Überwachung,
Überwachungsstaat
| Reaktionen: |
Donnerstag, April 15, 2010
Ich halte nichts vom Tod...
Allein schon heraus aus meinem Verantwortungsgefühl für den Rest der Menschheit. Gute 4 Milliarden Jahre hat die Evolution in ihrer eigenen Petrischale gerührt bevor sie endlich ihr bisheriges Highlight, mich nämlich hervorgebracht hat. Deswegen kann sich die Welt meinen Tod auch gar nicht leisten. Ray Kurzweil liebt das Leben genauso und findet es ebenso inakzeptabel sich durch Banalitäten wie Herzinfarkt, Hirnschlag oder ein Flugzeug, das ihm auf den Kopf fällt, die Lebenslinie kappen zu lassen. Er ist ein echter Hardliner unter den Gesundheitsaposteln und stopft pro Tag gut 200 Nahrungsergänzungspillen in sich hinein. Das ist der Teil, den ich lieber einem Arzt überlasse. "Hey Weißkittel, ich genieße das Leben und du reparierst, was dabei kaputt geht und zwar Zack Zack."
Roman Brinzanik und Tobias Hülswitt haben Kurzweils Ideen nun einer kritischen Betrachung unterzogen und Wissenschaftler zur Möglichkeit und auch Sinn der Unsterblichkeit befragt. Ihr Interviewsammelband "Werden wir ewig leben" erscheint am 18. April. Jörg auf dem Hövel hat ihn gelesen und berichtet in telepolis darüber...
Roman Brinzanik und Tobias Hülswitt haben Kurzweils Ideen nun einer kritischen Betrachung unterzogen und Wissenschaftler zur Möglichkeit und auch Sinn der Unsterblichkeit befragt. Ihr Interviewsammelband "Werden wir ewig leben" erscheint am 18. April. Jörg auf dem Hövel hat ihn gelesen und berichtet in telepolis darüber...
Labels:
ScienceFiction,
Singularität,
Weisheit,
Wissenschaft
| Reaktionen: |
"Through the Virtual Looking Glass"...

Poster für die Ausstellung bei unserem SecondLife Real Event mit Lesungen in Soest. Es passiert am Freitag, den 28.5 ab 21 Uhr im Alten Schlachthof in Soest. Mehr Infos folgen...
Labels:
Kultur,
Kunst,
Lesungen,
OpenSim,
Second Life,
virtual Reality
| Reaktionen: |
"Mit Auge und Ohr auf Ruhrgebietstour": Ausstellung und Lesung mit Bitterschlag und den Brennenden Buchstaben...
Labels:
Buch,
Fotografie,
Kultur,
Lesungen,
Literatur
| Reaktionen: |
Mittwoch, April 14, 2010
Roof und Tunnel Hacking...
Statt sich Zugang zu Computersystemen zu verschaffen, geht es beim Roof und Tunnel Hacking darum, an Orte zu gelangen, die als unerreichbar gelten. Blockierte Tunnelsysteme zum Beispiel oder besonders hohe Dächer. Eine Bilderserie drüben bei Weburbanist...
| Reaktionen: |
Dienstag, April 13, 2010
Kommenden Freitag um 19 Uhr Lesung der Brennenden Buchstaben in Duisburg...
Und zwar im Sozialzentrum der Caritas in Meiderich im Rahmen einer Vernissage. Mehr Informationen hier bei Bitterschlag...
| Reaktionen: |
Flugzeugabsturz in Polen...
Soebeben in den Nachrichten: Möglicherweise hat der polnische Präsident die Landung gegen den Widerstand der Piloten erzwungen. Das ist der Grund, warum man niemals den Forderungen von Politikern nachkommen sollte...
Montag, April 12, 2010
"Romantically Apocalyptic"...
...ist der Titel eines Webcomices des russischen Zeichners Vitaly S. Alexius. Er nennt seinen Stil Dreaminism. Hier geht`s zu seinem Comic.
(via Feingut)
(via Feingut)
Labels:
Comic,
Cyberpunk,
ScienceFiction
| Reaktionen: |
Sonntag, April 11, 2010
Eine Zukunftsvision: Guido in Pflege...
Ein Text aus dem SL Kabarett Programm:
Wir haben in letzter Zeit sehr viel von Herrn Westerwelle gehört. Er träumt ja – wie so viele eher konservative und gut betuchte Wähler - anscheinend von einer heilen utopischen Welt, in der billige und willige Hartz IV Empfänger später einmal die wenigen Privilegierten für kleines Geld oder besser noch für gar keines Tag und Nacht umsorgen können. Obwohl, wenn wir ehrlich sind, war es wohl ausgerechnet die SPD Vorsitzende Hannelore Kraft, die Langzeitarbeitslose gegen den Hartz IV Satz im Pflegedienst einsetzen möchte.
Und so könnte es tatsächlich passieren, dass Herr Westerwelle in einer nicht mehr ganz so fernen Zukunft aufwacht und folgendes geschieht:
Herr Westerwelle. Herr Westerwelle. Aufwachen. Es ist Zeit zum Aufstehen.
Wer ich bin? Sie können sich nicht erinnern. Komisch, dass ist ja genau wie beim Schäuble auf Zimmer 218. Der sagt auch immer, er kann sich nicht erinnern. Aber bei dem ist das wohl eher ne Gewohnheitssache. So, Herr Westerwelle, jetzt überlegen sie noch mal. Ich bin der Ingo. Wir kennen uns doch. Der Ingo, ihr persönlicher Pfleger. Sie erinnern sich bestimmt. Sie hatten doch damals bei ihrer Einlieferung auf ausschließlich männlichem Pflegepersonal bestanden. Übrigens ganz im Gegensatz zu den anderen Ex-Abgeordneten und Ex-Ministern auf dieser Etage. Ah, jetzt erinnern sie sich, sehen sie. Der Ingo bin ich. Ja, genau, der Hartz IV Empfänger, der jetzt hier arbeitet. Ja, jetzt fällt ihnen das wieder ein, oder? Wo ihr anderer Betreuer ist? Der Michael? Na, das wissen sie doch. Der Michael, der ist letzte Woche in Ruhestand gegangen. Na ja, was man heute so Ruhestand nennt. Er ist im Dienst gestorben. Mit 78 Jahren. Herzinfarkt, als er versucht hat Sigmar Gabriel auf Zimmer 112 vom Rollstuhl ins Bett zu heben.
Aber jetzt müssen wir langsam aufstehen, Herr Westerwelle. Es ist ja schon fast viertel nach vier am Morgen. Warum es so kalt ist? Oh, da hat ja jemand ihr Fenster offen gelassen heute Nacht. Aber keine Sorge, draußen sind es mindestens zehn Grad unter Null. Da werden sie sich schon nicht verkühlen. So, jetzt setzen wir uns mal auf. Schön machen sie das. Ach, Herr Westerwelle, ich muss ihnen einfach mal sagen, wie dankbar ich ihnen dafür bin, dass sie damals die Diskussion um Hartz IV angestoßen haben. Wirklich. War gut, dass die Frau Merkel sie damals vorgeschickt hat und gesagt hat, Guido, teste doch mal, wie weit wir schon gehen können. Also wenn ich heute nicht hier für mein Hartz IV arbeiten müsste, ich wüsste gar nichts mit mir anzufangen. Wirklich, hier arbeiten zu dürfen hat mir meine Würde wiedergegeben, genau wie die Frau Kraft das damals gesagt hat. Ich meine, es ist ja wirklich schwer, was kann man heute schon erwarten als Diplominformatiker mit 18 Jahren Berufserfahrung, Doktortitel in Mathematik, sechs Fremdsprachen fließend und Ausbildung als Rettungssanitäter mit Führerschein, Helikopterfluglizenz und Kapitänspatent. Da ist man für die Anforderungen im heutigen Berufsleben einfach völlig unterqualifiziert. Ich verstehe das auch, dass mich da niemand einstellen kann. Aber so arbeite ich halte meine 10 Stunden am Tag und weiß am Ende des Monats, dass ich mir mein Hartz IV verdient habe. Die ganzen 212,80 Euro. Abzüglich der Steuern natürlich. Und ich glaube, die anderen Hartz IV Empfänger hier sehen das alle genauso. Sooo, jetzt gibt`s ein bisschen Brei. Was sagen sie? Nein, nein, machen sie sich keine Gedanken, ich glaube nicht, dass heute Glassplitter drin sind. Das war gestern bestimmt nur ein Versehen. Nein, wir mögen sie alle sehr hier, wirklich.
Der Frau Kraft – ja, die von der SPD, genau die, ja, die oben auf der 224, der habe ich das auch gesagt.
So Herr Westerwelle, jetzt setze ich sie mal rüber in den Rollstuhl. Soooo, ganz toll machen sie das. Wo wir jetzt hinfahren? Aber das wissen sie doch. Es ist schon halb fünf morgens. Wir müssen runter in die Fabrikationshalle. Tja, es ist schon ein bisschen tragisch, dass ihre politischen Nachfolger dann endgültig die Rente abgeschafft haben. Eine Anregung, die von Helmut Schmidt im hohen Alter von 121 Jahren geäußert wurde – auf der Demenzstation übrigens. Und die CDU/CSU hat das natürlich sofort umgesetzt. Na, dann wollen wir mal. Ihre Schicht an der T-Shirt-Druckerpresse geht gleich los. Aber heute wird ihnen das Spaß machen. Das weiß ich. Heute machen sie nämlich T-Shirts für die FDP, ja ihren alten Verein. Und wissen sie, wie das neue Motto auf den Shirts lautet? Genau: Leistung muss sich wieder lohnen. Hatten sie das nicht damals auch gesagt. Ja, Herr Westerwelle, heute wird ein schöner Tag – und sie haben auch nur die acht Stunden Schicht. Und nachher, nachher, da gibt es Pudding…
Wir haben in letzter Zeit sehr viel von Herrn Westerwelle gehört. Er träumt ja – wie so viele eher konservative und gut betuchte Wähler - anscheinend von einer heilen utopischen Welt, in der billige und willige Hartz IV Empfänger später einmal die wenigen Privilegierten für kleines Geld oder besser noch für gar keines Tag und Nacht umsorgen können. Obwohl, wenn wir ehrlich sind, war es wohl ausgerechnet die SPD Vorsitzende Hannelore Kraft, die Langzeitarbeitslose gegen den Hartz IV Satz im Pflegedienst einsetzen möchte.
Und so könnte es tatsächlich passieren, dass Herr Westerwelle in einer nicht mehr ganz so fernen Zukunft aufwacht und folgendes geschieht:
Herr Westerwelle. Herr Westerwelle. Aufwachen. Es ist Zeit zum Aufstehen.
Wer ich bin? Sie können sich nicht erinnern. Komisch, dass ist ja genau wie beim Schäuble auf Zimmer 218. Der sagt auch immer, er kann sich nicht erinnern. Aber bei dem ist das wohl eher ne Gewohnheitssache. So, Herr Westerwelle, jetzt überlegen sie noch mal. Ich bin der Ingo. Wir kennen uns doch. Der Ingo, ihr persönlicher Pfleger. Sie erinnern sich bestimmt. Sie hatten doch damals bei ihrer Einlieferung auf ausschließlich männlichem Pflegepersonal bestanden. Übrigens ganz im Gegensatz zu den anderen Ex-Abgeordneten und Ex-Ministern auf dieser Etage. Ah, jetzt erinnern sie sich, sehen sie. Der Ingo bin ich. Ja, genau, der Hartz IV Empfänger, der jetzt hier arbeitet. Ja, jetzt fällt ihnen das wieder ein, oder? Wo ihr anderer Betreuer ist? Der Michael? Na, das wissen sie doch. Der Michael, der ist letzte Woche in Ruhestand gegangen. Na ja, was man heute so Ruhestand nennt. Er ist im Dienst gestorben. Mit 78 Jahren. Herzinfarkt, als er versucht hat Sigmar Gabriel auf Zimmer 112 vom Rollstuhl ins Bett zu heben.
Aber jetzt müssen wir langsam aufstehen, Herr Westerwelle. Es ist ja schon fast viertel nach vier am Morgen. Warum es so kalt ist? Oh, da hat ja jemand ihr Fenster offen gelassen heute Nacht. Aber keine Sorge, draußen sind es mindestens zehn Grad unter Null. Da werden sie sich schon nicht verkühlen. So, jetzt setzen wir uns mal auf. Schön machen sie das. Ach, Herr Westerwelle, ich muss ihnen einfach mal sagen, wie dankbar ich ihnen dafür bin, dass sie damals die Diskussion um Hartz IV angestoßen haben. Wirklich. War gut, dass die Frau Merkel sie damals vorgeschickt hat und gesagt hat, Guido, teste doch mal, wie weit wir schon gehen können. Also wenn ich heute nicht hier für mein Hartz IV arbeiten müsste, ich wüsste gar nichts mit mir anzufangen. Wirklich, hier arbeiten zu dürfen hat mir meine Würde wiedergegeben, genau wie die Frau Kraft das damals gesagt hat. Ich meine, es ist ja wirklich schwer, was kann man heute schon erwarten als Diplominformatiker mit 18 Jahren Berufserfahrung, Doktortitel in Mathematik, sechs Fremdsprachen fließend und Ausbildung als Rettungssanitäter mit Führerschein, Helikopterfluglizenz und Kapitänspatent. Da ist man für die Anforderungen im heutigen Berufsleben einfach völlig unterqualifiziert. Ich verstehe das auch, dass mich da niemand einstellen kann. Aber so arbeite ich halte meine 10 Stunden am Tag und weiß am Ende des Monats, dass ich mir mein Hartz IV verdient habe. Die ganzen 212,80 Euro. Abzüglich der Steuern natürlich. Und ich glaube, die anderen Hartz IV Empfänger hier sehen das alle genauso. Sooo, jetzt gibt`s ein bisschen Brei. Was sagen sie? Nein, nein, machen sie sich keine Gedanken, ich glaube nicht, dass heute Glassplitter drin sind. Das war gestern bestimmt nur ein Versehen. Nein, wir mögen sie alle sehr hier, wirklich.
Der Frau Kraft – ja, die von der SPD, genau die, ja, die oben auf der 224, der habe ich das auch gesagt.
So Herr Westerwelle, jetzt setze ich sie mal rüber in den Rollstuhl. Soooo, ganz toll machen sie das. Wo wir jetzt hinfahren? Aber das wissen sie doch. Es ist schon halb fünf morgens. Wir müssen runter in die Fabrikationshalle. Tja, es ist schon ein bisschen tragisch, dass ihre politischen Nachfolger dann endgültig die Rente abgeschafft haben. Eine Anregung, die von Helmut Schmidt im hohen Alter von 121 Jahren geäußert wurde – auf der Demenzstation übrigens. Und die CDU/CSU hat das natürlich sofort umgesetzt. Na, dann wollen wir mal. Ihre Schicht an der T-Shirt-Druckerpresse geht gleich los. Aber heute wird ihnen das Spaß machen. Das weiß ich. Heute machen sie nämlich T-Shirts für die FDP, ja ihren alten Verein. Und wissen sie, wie das neue Motto auf den Shirts lautet? Genau: Leistung muss sich wieder lohnen. Hatten sie das nicht damals auch gesagt. Ja, Herr Westerwelle, heute wird ein schöner Tag – und sie haben auch nur die acht Stunden Schicht. Und nachher, nachher, da gibt es Pudding…
| Reaktionen: |
Samstag, April 10, 2010
Warum das Kruemelkram eindeutig das beste Literaturcafe in Second Life ist...
Nicht nur, weil unser Grill immer gut befeuert und die Kaffeemaschine stets einsatzbereit ist. Sondern auch weil es diese einzigartige Kombination aus Originalität und Gemütlichkeit bietet. Eine Schande, dass es noch nicht real existiert. Hier klicken, um hinzukommen...





Labels:
Buch,
Kruemelkram,
Kultur,
Lesungen,
OpenSim,
Second Life,
virtual Reality
| Reaktionen: |
Abonnieren
Posts (Atom)








































