Ja, genau, es ist die Rede von jenem Peter Hartz, dem Deutschland die gleichnamige Regelung und damit eine neue Form von Armut verdankt. Doch Hartz weiß, wie man Millionen deutsche Arbeitslose zurück ins Berufsleben retten kann. Die sind, da ist er sich sicher, nicht Opfer eines Arbeitsmarktes, der mit Arbeitskräften weit übersättigt ist, sondern einer Art psychsischer Erkrankung, die sie antriebs- und motivationslos hat werden lassen. Und weil so bestechenden Erkenntnissen auch Taten folgen müssen, hat Herr Hartz im Saarland ein ganz neues Programm auf die Beine gestellt. Langzeitarbeitlose sind dort nicht länger Langzeitarbeitslose sondern "Minipreneure". Eine Wortkreation, die wohl gleich von vornherein einschüchtern und keinen Zweifel daran aufkommen lassen soll, dass ihr Schöpfer hochgebildet ist und genau weiß, was er tut. Und das ist Hartz brandneues Konzept: Er will Langzeitarbeitslosen mit Motivtationstraining auf die Sprünge helfen. Das ist ja Wahnsinn! Tschacka, du schaffst es und schon steht der erfolgreichen Bewerbung nichts mehr im Wege. Hartz nennt sein mentales Coaching "Polylog" und mich beschleicht angesichts all dieser Wortschöpfungen der Verdacht, dass die Namensfindung um ein vielfaches länger gedauert hat, als die banale Konzeption des Projektes. Die traurige Wahrheit ist: Jeder Langzeitarbeitslose wird mehr Erfahrungen in der Arbeitsrealität gesammelt haben, als es ein Peter Hartz jemals musste.
Jens Berger sieht das in telepolis sehr ähnlich...
Jens Berger sieht das in telepolis sehr ähnlich...
























































