Der Fahrer wartete in der S-Klasse Limousine wie angeordnet um 16.45 Uhr vor dem Haus. Kurz vor 18Uhr trafen wir zum Dinner im Monkey`s South in Düsseldorf ein. Als Vorspeise entschied ich mich für Tomaten auf Mozarella, als Hauptgang wählte ich Entenbrust, dazu einen leichten Weißwein und als Dessert ein Tiramisu. Ein Espresso rundete das lukullische Erlebnis ab. Kurz daruf brachte uns die Limousine direkt zur Konzerthalle. Als sie direkt vor dem Haupteingang anhielt, protestierte ein empörter Parkplatzeinweiser im unangemessen barschen Tonfall, vergegenwärtigte sich dann aber doch noch dass es unklug sein könnte, die Insassen eines 100 000 Euro Benz zu verärgern. Etwas verlegen richtete er seinen Unmut gegen den Fahrer eines nachfolgenden, deutlich billigeren Wagens. Es kann ja auch nicht angehen, dass man jetzt schon wie der gemeine Pöbel die 2 Minuten Fußweg von der "Absetzzone" bis zum Eingang auf sich nehmen muss. Nur wenig später nahmen wir, die Schlange der Normalsterblichen hinter uns lassend, unsere reservierten Luxusplätze ein.
Klingt bis hierher nach einem stilvollen Abend. Stimmt, und mein Bericht entspricht auch zu 95% der Realität. Die Sache hatte allerdings einen Haken. Logisch, den gibts ja immer. Es war nämlich kein Rock- oder Elektronikkonzert und es gaben sich weder die Nine Inch Nails, noch Radiohead oder Lisa Gerard die Ehre. Ehrlich gesagt, ist die Wahrheit grausamer, als es der Leser an dieser Stelle ahnt. Aber ich muss es wohl aussprechen:
Ich habe den heutigen Abend mit Andre Rieu und seinem Orchester verbracht. Mehr möchte ich darüber jetzt auch nicht schreiben. Dazu ist das alles noch viel zu frisch, dafür sitzt der Schock noch zu tief.
Warum ich mir das angetan habe? Gute Frage, simple Antwort: Was tut man nicht alles seiner Frau Mutter zuliebe, wenn die zum 60. Geburtstag Karten für Herrn Rieu geschenkt bekommt. Man nimmt den Kelch und trinkt ihn tapfer aus.
Ich bin ein Held...
Ach so: Nein, das Auto ist nicht meins gewesen. Bisschen zu profan für meinen Geschmack...