Google sucht erdähnliche Planeten...
Wie einem Artikel auf der Website des MIT zu entnehmen ist, unterstützt Google finanziell das TESS-Projekt. TESS steht dabei für Transiting Exoplanet Survey Satellite. Damit ist ein neues orbitales Teleskop gemeint, das eigens für die Suche nach Exoplaneten – also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems - entwickelt wird. Das bisher eingesetzte Suchverfahren basiert darauf, dass massereiche Planeten ihr Zentralgestirn in eine Schlingerbewegung versetzen. Ein Effekt, der, wenn er durch kleine Planeten wie die Erde bewirkt wird, so gut wie nicht mehr messbar ist. Deswegen sind bisher auch fast ausschließlich nur Planeten von der Dimension des gigantischen Jupiters oder sogar noch größere Exemplare nachgewiesen worden. TESS arbeitet auf andere Weise. Dank der hoch auflösenden Digitalkameras wird es Helligkeitsänderungen bei Sternen registrieren können, zu denen es kommt, sobald deren Planeten sich aus unserer Sicht vor der Sternscheibe herbewegen - eine astronomische Konstellation, die als Transition oder Vorübergang bezeichnet wird. Die Entwickler wollen mit dem System Objekte in Erdgröße nachweisen. Außerdem hofft man, sogar Spektren der im Vergleich zum Zentralgestirn winzigen Planeten aufnehmen und daraus die genaue Zusammensetzung ihrer Atmosphäre bestimmen zu können. Technologisch stellt das ganze in etwa eine ähnliche Herausforderung dar, als wollte man bei Tage ein Glühwürmchen vor unserer Sonnenscheibe erkennen wollen.
Die Grundidee für dieses Suchprinzip setzt natürlich voraus, dass die Bahnebene eines potentiellen Planeten sich nicht senkrecht zu unserer Sichtlinie ausdehnt. In diesem Fall würde TESS selbst die Vorübergänge sehr großer Planeten nicht mehr registrieren können, weil sie ja aus unserer Sichtrichtung gar nicht stattfinden.
Da der Satellit immer wieder Bilder des gesamten Himmels in großer Zahl aufnimmt, wird die anfallende Datenmenge im wahrsten Sinne des Wortes astronomisch sein. Tatsächlich wird das vollständige Informationsvolumen nicht mehr zu Erde übertragen, sondern auf TESS für jeweils 3 Monate gespeichert. Ausgewählte Himmelsausschnitte können dann von Astronomen nach Bedarf abgerufen werden, beispielsweise nach Erscheinen einer Supernova oder eines Gammaburst..
Nach eigener Aussage besteht Googles Interesse darin, für die riesigen anfallenden Datenmengen effiziente Suchalgorithmen zu entwickeln, die später an anderer Stelle weiterverwendet werden können. Denkbar wäre außerdem, dass man eine Verwendung der Kameratechnologie im Rahmen von Google Earth beabsichtigt.
TESS könnte bereits 2012 starten und ab 2013 seinen Dienst aufnehmen.
Labels: Wissenschaft


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