Abschied in der Nacht
Irgendwie gehören Katzen und Autoren zusammen. Nicht nur weil sie durch ihr stilles Wesen den Schreiber bei seiner Arbeit nicht stören. Auch die Persönlichkeiten von Autoren und Katzen ähneln sich. Beide lieben es, ihre Umwelt genau zu beobachten und zu studieren. Beide sind Eigenbrötler und schätzen ihre Ruhe, während in ihren Köpfen geheimnisvolles vor sich geht. Ich bin sicher, dass Katzen uns sehr genau durchschauen und manchmal mehr über uns wissen, als wir selber.
Katzen gehören seit rund 25 Jahren zu meinem Leben und ich habe viele von ihnen kommen und gehen sehen. Der Abschied fällt einem niemals besonders leicht.
Nachdem Füchschen vor einigen Wochen sehr krank war, hatte sich Mimi, sozusagen seine Lebensgefährtin, bei ihm angesteckt. Jedenfalls vermute ich das, obwohl die Symptome etwas anders waren. Füchschen hat sich mittlerweile von seiner Krankheit erholt, während Mimi die gesamte letzte Woche in der Tierklinik verbrachte. Doch das verabreichte Antibiotikum schlug bei ihr nicht an und auch ein zweites zeigte keine Wirkung.
Gestern um 22.50 Uhr kam der Anruf aus der Tierklinik, in dem man uns mitteilte, dass sie vorraussichllich noch in der Nacht sterben würde. Ihren Nieren versagten. Das einzige, was wir noch für sie tun konnten, war es, ihr die Schmerzen zu ersparen. Zu diesem Zweck fuhren wir um Mitternacht zur Klinik, um Abschied zu nehmen.
Wie ich diesen Scheiß hasse...
Dem alten zynischen Cyberpunk mit technisch-wissenschaftlichen Blick auf die Welt tuts weh, wenn er sich von einem pelzigen Freund verabschieden muss.












