Opfer einer Radarfalle...
...wurde ich bereits seit Jahren nicht mehr. Deswegen war es wohl mal wieder an der Zeit. Ich bin ja ein großer Fan von unmotivierten 30 Zonen. Eine davon habe ich quasi hinterm Haus. Da mündet eine Strasse, die vorher zwischen zwei Feldern verläuft, in ein recht übersichtliches Wohngebiet und wird abrupt zur 30 Zone. Über den Sinn dieser Vekehrs- und Spaßbremsen kann man streiten, ganz besonders über den der sogenannten Berliner Kissen, deren Einsatz ich im Scherz - oder doch im Ernst? - immer noch einer Bestechungsaktion durch die Stoßdämpferindustrie zuschreibe.
Ganz in Gedanken habe ich heute leider das schöne große Schild mit der 30 übersehen und wurde daraufhin prompt durch einen intensiven roten Blitz aus meinen Überlegungen gerissen. Hat eigentlich mal jemand darüber nachgedacht, dass Radarfallen durch ihre irritierende Wirkung ein viel größeres Risiko darstellen, als das Überschreiten unserer immer weiter nach unten rutschenden Tempolimits?
Ein rascher Blick verrät mir, dass das heimtückische Kameraauge im Heck eines herunter gekommen Passat Kombis lauerte. Wer demnächst im Herner Stadtgebiet ein Fahrzeug dieser Bauart mit Recklinghäuser Kennzeichen sieht, sollte den Fuß vom Gas nehmen
Aber ich habe natürlich vollstes Verständnis für solche Maßnahmen, dienen sie doch meiner Sicherheit und helfen - natürlich nur nebenbei- auch noch unserem Land. Ja, so betrachtet fühlt sich so ein Knöllchen großartig an.
Ich investiere gern in die bedrohten Opelwerke und schüze so Arbeitsplätze, zahle mit gutem Gefühl steigende Kraftfahrzeugsteuern, aufgepumpte Benzinsteuern, explodierende Spritpreise und nicht nachvollziehbar hohe Gebühren für Parkplätze, und bin selbstverständlich gern bereit, in Zukunft auch noch eine Maudgebühr für die Autobahn zu entrichten.
Ich bin ganz sicher, irgendwann wird man es mir danken. Eines Tages werde ich eine Münze in den Parkautomaten werfen, um nein überteuertes Ticket zu ziehen und dann wird er da sein. Der Bundskanzler mit einem Strauss Blumen, um sich höchst persönlich bei mir zu bedanken, dass ich in diesem unserem Lande immer noch Auto fahre.
Mein Bußgeld zu bezahlen, wird mir deshalb auch nicht weh tun, weiß ich doch, dass es einem höhren Zweck dient. Unter anderem werden davon die beiden Herren in Zivil bezahlt werden, die mich prompt wieder erkennen und hämisch angrinsen, als ich auf meiner Rückfahrt noch mal an ihrem gut getarnten Vehikel vorbeikomme.
Nein, ich bin nicht böse, weiß ich doch, mein Bußgeld wird sinnvoll genutzt. Zur Herstellung von Berliner Kissen beispielsweise, oder um einen Parkautomaten in einer Strasse aufzustellen, in der man gestern noch umsonst parken durfte.
Und deswegen werde ich mit großem Vergnügen weiter Auto fahren, aus tiefster Überzeugung und seit 17 Jahren unfallfrei.
Nur eine letzte Frage hätte ich da noch: Der völlig durchgeknallte Psychopath, der mir vor ein paar Monaten auf der Autobahn so dicht auf den Kofferraum auffuhr, dass mein Autoradio für beide Autos gereicht hätte, der hat doch auch ein Knöllchen geriegt, oder? Ich frage nur, weil ich mich nicht erinnern kann, irgendwo einen Blitz gesehen zu haben...


1 Comments:
Dies ist ein Testeintrag
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