Dienstag, März 15, 2005

Der Soldat der Zukunft ist ein Videospieler


Überraschen kann uns diese Entwicklung nicht, schließlich haben Entwickler von Spielen viel Zeit darauf verwendet, Darstellungsmöglichkeiten zu entwickeln, die die komplexen Abläufe von Kamfphandlungen auf einen Monitor abbilden können. Am Anfang standen dabei sicherlich die Hubschrauber, Fluzeug- oder Panzersimulationen, wie sie bereits in den Achtziger Jahren für Systeme wie den C64 oder den Amiga auf dem Markt waren. Mit wenige Know How konnte dort ein Fahrzeug per Joystick und Tastatur bedient und bewegt werden. Diese Übersichtlichkeit bei der Steuerung haben Ingenieure mittlerweile dank Computertechnik auf reale Fahr- und Flugzeuge übertragen können. Dank hochentwickelter Fernsteuerungen, muss sich der Pilot oder Fahrer nicht mal mehr selbst in seinem Vehikel befinden und bleibt so außerhalb der Gefahrenzone. Doch die Entwicklung ferngesteuerter Drohnen ist nur ein Anfang. Innerhalb weniger Jahrzehnte, dürften sich die Fahrzeuge zu autonomen Einheiten entwickeln, die ihre Ziele selber suchen und ausschalten und ein einziger menschlicher Controller steuert dann das Geschehen auf einem riesigen Schlachtfeld, weit entfernt über einen Monitor. Echtzeitstrategiespiele wie Command&Conquer, die diese Technik zum Spielprinzip erheben, sind damit näher an der Realität als mancher Spieler glaubt.
Was dabei völlig untergeht, ist der menschliche Faktor. Wie leicht oder wie schwer, wird es Operatoren und Piloten fallen, durch einen Knopfdruck das Leben ihres Gegners auf dem Monitor auszuschalten? Wird "der Feind" sich für sie von einer der Spielfiguren aus der eigenen Kindheit unterscheiden? Oder führt der Umstand, dass man sich selbst in Sicherheit befindet und nur die Drohne dem Gegner von Angesicht zu Angesicht gegenüber steht dazu, dass weniger Schüsse fallen? Davon ist kaum auszugehen. Die größere Distanz zum Geschehen hat es auch für Bomberpiloten immer etwas leichter gemacht, ihr Vernichtungswerk mit meinem Knopfdruck auszuführen.
Florian Rötzer berichtet heute in einem Artikel in telepolis über die neusten ferngesteuerten Roboterfahr- und flugzeuge.