Sonntag, Oktober 31, 2004

Wer sollte sich schon dafür interessieren, mich zu interviewen?


Das Magazin www.storyline-net.de. Gabi Scharf interviewte mich per Email nach dem Buchmessecon. Wen es interessiert, der kann es hier lesen...

Samstag, Oktober 30, 2004

"Vidocq": Bizarr...


...ist dieser französische Thriller, der es meines Wissens nach nie in die Kinos schaffte. Eventuell, weil es sich von vornherein um eine Fernsehproduktion handelte. "Vidocq" springt auf das Erfolgskonzept so außergewöhnlicher Filme wie "From Hell", "Pakt der Wölfe" oder "Sleepy Hollow". Krimis vor historischer Kulisse sind für das Publikum seit einiger Zeit wieder sehr interessant. Diesmal treibt ein Serienmörder sein Unwesen in den düsteren Gassen des Paris von 1830. Wissenschaftler und Detektiv Vidocq, gespielt von Gerard Depardieu, ist ihm eng auf den Fersen. Zum Erstaunen des Zuschauers stirbt der der Hauptakteur jedoch gleich zu Beginn und wir erfahren nun zunächst in Rückblenden, wie es zu den Ereignissen kam.
Manche Bilderkompositionen haben einen etwas surrealen Charme in Pitofs Film, der sich erst haarscharf an der Grenze zur Phantastik bewegt und die dann, wenn der Zuschauer schon nicht mehr damit rechnet, überschreitet. Martial Arts-Einlagen erinnern an Ganses "Pakt der Wölfe", dessen Klasse "Vidocq" nicht ganz erreicht. Dagegen verblüfft das Drehbuch durch seine Originalität. Es stammt nämlich von keinem geringeren als Christophe Grange, der schon die Vorlage zu "Die purpurnen Flüsse" lieferte. Seine Handschrift ist unverkennbar. Dubiose und skurrile Gestalten, ungewöhnliche Schauplätze, überraschende Wendungen.
Ein Filmtipp für Freunde schräger Filmideen.

Dass "Catwoman" so schlecht ist...


...liegt nicht am Kostüm, obwohl viele das behauptet haben. Der Dress ist nicht übertriebener oder mieser designed als der von Michelle Pfeiffer in "Batman 2". Auch Hale Berry vermag den Lederfummel ...äh, ihre Rolle grandios zu befüllen, genauso wie ihre Gegenspielerin Sharon Stone als bösartiges Ex-Model. Es krankt eindeutig am Aufhänger der Geschichte, der langweilt. Wer kann schon nachvollziehen, was so wichtig daran sein sollte, Millionen von Frauen vor der Kosmetiksucht zu bewahren? Schließlich eine der letzten großen Geldquellen unserer Wirtschaft. Wer sich solche Edelcremes zentnerweise ins Gesicht schmiert, der verdient es auch, später wie der Joker auszusehen.
Aber mal Schmerz beseite: Catwoman hat einige nette Ideen zu bieten und auch die Kamerafahrten über die nächtliche Großstadt - ausschließlich am Computer generiert - sind sehr gelungen. Doch die Einführung von Catwoman dauert viel zu lange. Hale Berry zu Beginn als Mauerblümchen verkaufen zu wollen, kann nicht hinhauen. Die Frau könnte einen blauen Müllbeutel tragen und würde immer noch die Blicke sämtlicher Männer auf sich ziehen. Für einen Actionfilm knallt es im Nachhinein entschieden zu wenig und die Schurkin wird viel zu schnell erlegt.
Nein, so funktioniert es nicht. Schade, Ansatz verschenkt. Dabei sind toughe weibliche Killermaschinen doch gerade so beliebt beim Publikum. Zu dem Thema Lara Croft-Klone gibts einen netten Artikel in der FAZ...

Als gläserner Kunde...


...fühlte ich mich beim Besuch einer neuen Filiale des großen roten Elektrofachmarktes. Beim Bezahlen meiner beiden DVDs wurde ich freundlich nach meiner Postleitzahl gefragt. Dies geschehe zu statistischen Zwecken. Muss ich mir jetzt irgendwo tief verborgen in der Konzernzentrale einen alten Verhaltensforscher vorstellen, der anhand der gesammelten Postleitzahlen Kundenmigrationen untersucht, statt das Wanderverhalten von Graugänsen?
Froh war ich allerdings, dass ich nicht noch nach Alter, Körpergewicht, Blutgruppe befragt wurde, oder danach, ob ich Organspender sei. Auch eine Urinprobe, die ich beim freundlich aber bestimmt dreinschauenden Mann vom Sicherheitsdienst abgeben müsste, hätte mich irritiert.
Ob der große rote Fachmarkt schon mal wasvom Big Brother Award gehört hat? Infos dazu gibt es hier...

Freitag, Oktober 29, 2004

Schon mal die richtige Mail an die falsche Person geschickt?


Schnell klickt man mal auf den "Senden"-Button und schon ist sie raus. Die Mail, mit der man eine dritte Person darüber informieren will, was die zweite gesagt hat. Nur leider hat man statt einer "Neuen Mail" eine "Antwort" verschickt und nun kann sich Person Nummer zwei ein Bild davon machen, wie man bei Person Nummer drei über sie ablästern wollte. Schlimmer noch, wenn die Nachricht gleich an eine ganze Adressliste verschickt wird, oder heisse Liebesschwüre bei allen Freunden und Bekannten landen. So drastisches ist mir bislang erspart geblieben, aber irgendwie könnte ähnlich peinliches schon mal vorkommen.
Im Stern gibt es dazu einen amüsanten Artikel zu lesen...

Donnerstag, Oktober 28, 2004

Gerade entdeckt: Genialer Trip Hop von Triptronic


In manch verborgener Kammer entstehen kleine Meisterwerke. Solche musikalischer Art kreiert Triptronic. Es war nur so ein Gefühl, dass mich heute bei mp3.de stöbern ließ. Intuition eben.
Triptronic ist der Soundtrack für Kopffilme. Melancholisch, manchmal subtil, machmal pompös. Ein wenig unheimlich oder meditativ. Geeignet um Träume oder Stories zu ersinnen oder die Verschmelzung von beidem.
Die Musik findet man bei mp3.de unter diesem Link und nimmt dafür gern ein paar Pop Ups in Kauf...

Minimaler Strom steigert die Sprachkünste?


Meenakshi Iyer vom National Institute of Neurological Disorders and Strok behauptet, die Sprachfähigkeit von Testpersonen erhöhen zu können, in dem sie über einen Zeitraum von 20 Minuten einen kleinen Strom durch deren Köpfe leitet.
Vielleicht sollte ich demnächst erstmal Elektroden an meinem Schädel befestigen und die an die Autobatterie klemmen, bevor ich mit dem Schreiben beginne?
Mehr Informationen darüber in diesem Artikel im Spiegel...

Neuer Lesestoff auf Sublevel12


Zwei Kurzgeschichten, die bisher als Printversionen erschienen sind, können jetzt auf meiner Homepage www.sublevel12.de in der Rubrik "Stories" online gelesen werden. Dort kann man außerdem auch einen Blick auf das Drehbuch des Kurzfilmes "Herr J." werfen.
Hier gehts zu Sublevel12...

Mittwoch, Oktober 27, 2004

Ein Zwergenvolk...


...hat Mike Morwood von der University of New England auf der indonesischen Insel Flores entdeckt. Besser gesagt, dessen Überreste. Eine für die Anthropologen verblüffende Entdeckung. Die Experten gehen davon aus, dass es sich dabei um eine auf Zwergengröße verkleinerte Abart des Homo Erectus handelte. Die Gehirne dieser Frühmenschen waren verblüffend klein, doch gleichzeitig scheinen sie erstaunlich intelligent gewesen zu sein. Werkzeugfunde belegen dies, sowie die Tatsache, dass unsere bisher unbekannten Verwandten in der Lage waren, Komodo Warane zu erlegen. Reste der Tiere an aufgefundenen Feuerstellen beweisen dies.
Zwergenvölker spielen in vielen Mythen und Sagen eine Rolle. Wie es scheint, gab es sie wirklich.
Mehr Informationen in diesem Artikel im Spiegel...

Und es wird weiter getauscht...


...und zwar mehr denn je! So das Ergebnis einer Studie des Allensbach-Institutes. Vor kurzer Zeit haben außerdem Wissenschaftler der University of California durch eine Analyse des Datenstromes im Internet nachweisen könne, dass die Nutzung von p2p-Börsen trotz drakonischer Maßnahmen der Film- und Musikindustrie eher noch angestiegen ist.
Nicht erst jetzt drängen sich Fragen auf: Seit Jahrzehnten war es problemlos möglich, Musik in guter Qualität aus Radio und TV mitzuschneiden. Hatten diese Mitschnitte jemals negativen Einfluss auf die Verkaufszahlen. Wird die Ausstrahlung im Radio nicht bewusst von der Musikindustrie finanziert? Je häufiger ein Song gesendet wird, um so größer ist doch der Werbeeffekt. Gilt das nicht auch für die p2p-Börsen? Und beweist das Nutzerverhalten nicht, dass die Musikindustrie andere Wege gehen sollte?
Mehr über die Entwicklung der p2p-Szene in diesem Artikel bei telepolis...

Eskapismus für Anfänger: "Killerspiele im Kinderzimmer"...


...ein Buch von Thomas Feibel.
Möglicherweise eine interessante Lektüre für Eskapisten wie Dich und mich. Feibel wirft einen kritischen Blick auf die Bedeutung, die insbesondere Computerspielen heute beigemessen wird. Egoshooter als Trainigsprogramme für spätere Amokläufer?
Ich halte die Theorie für Blödsinn. Wenn mal wieder einer mit der Waffe um sich geschossen hat, finden sich selbstverständlich böse Games auf seinem PC. Ein Indiz für deren Gefährlichkeit? Wenn man in seinem Kühlschrank eine halbleere Tüte Milch findet, könnte man auch behaupten, die hätte aus ihm einen Killer gemacht.
Mehr über Feibels Buch in diesem Artikel bei Telepolis...

Visionen 2004: Die Auslieferung beginnt nächste Woche!


Erwähnte ich eigentlich schon, wie sehr ich Werbung hasse?
Das hindert mich natürlich trotzdem nicht, welche zu machen.

Wer es vorbestellt hat, darf sich freuen. In der nächsten Woche wird sein Exemplar von
"Visionen 2004: Der Atem Gottes" wahrscheinlich schon bei ihm eintreffen. Die Anthologie beinhaltet Kurzgeschichten bekannter deutscher Autoren wie Herbert W. Franke, Andreas Eschbach, Markus Hammerschmitt, aber auch die nicht ganz so bekannter Vetreter der SF-Autoren-Zunft. Ich bin ebenfalls dabei mit der Story "Der Atem Gottes".
Infos und Bestellmöglichkeit gibt es hier...

Dienstag, Oktober 26, 2004

Deutschland sucht die größte Knalltüte...


...scheint das wichtigste TV-Konzept des frühen 21.Jahrhunderts zu sein. Da werden per TV-Casting so überflüssige Berufe wie der eines Pop-Stars, Komikers und neuerdings auch Top-Managers an den Mann oder die Frau gebracht. Doch das Erfolgsrezept wird langsam fad und so wurde "hire or fire" schon nach nur einer Ausgabe gefired. RTL zieht gerade mit "Big Boss" nach. Rainer Calmund führt durch die Sozialdarwinismusshow, in der geschniegelte Jungunternehmer sich auf der Jagd nach 250 000 € Start Up-Kapital gegensitig ausselektieren. Bilder von startenden und landenden Flugzeugen, Flughäfen, Wolkenkratzern und schicken Anzügen prasseln auf den Zuschauer ein und junge Ökonomen werfen mit economy-Englisch-Worthülsen.
Da wird die Ellenbogengesellschaft zelebriert und wir sollen das auch noch spannend finden.
Hätte man die Produktionskosten dieser Show nicht sinnvoller nutzen können? Um eine kurzweilige neue Serie zu produzieren, ein Unternehmen aufzubauen, das Langzeitarbeitslosen eine neue Beschäftigung bietet, oder für ein nettes Abendessen für Rainer Calmund?
Gedanken beim Fernsehen...

99% aller Weblogs sind Müll...


...sagt M.M. von Blumencron, Chefredakteur des Spiegel-online bei einem Interview auf onlinejournalismus.de. Recht hat er. Und ich für meinen Teil lese Müll, schreibe Müll, schätze Müll. Gerade wenn mir einer sagt, etwas ist Müll, dann wird es für mich interessant. Ging mir schon als Schüler so - und war vielleicht auch ein Grund dafür, warum ich wesentlich schneller wesentlich besser lesen konnte als andere und immer so tolle Aufsätze schrieb.
Ich behaupte sogar: Müll lesen formt den Charakter!
Spiegel-Online lese ich übrigens auch gern...

Immer wenn mir die Netzeitung.de ins Gesicht explodiert...


...irritiert mich das sehr. Anscheinend war den Werbekunden dort die übliche Bannerwerbung zu unauffälig und so poppen mir Werbefenster detonationsartig entgegen. Besonders brutal eine Flash-Animation, die sich unter Opera nicht wegklicken läßt. Das dritte aufklaffende Pop Up-Fenster ließ den Browser dann komlett abstürzen.
Muss das so sein? Manche von uns lesen die Nachrichten ja der Nachrichten und nicht der Werbung wegen.

"Verkauf im Internet ist kein Massengeschäft"


Was irgendwie auch zu erwarten war. Ich kann mich wohl mit Fug und Recht als hochgradigen Internetnutzer bezeichnen. Trotzdem ziehe ich den guten alten Bummel durch Buchgeschäfte oder Kaufhäuser dem Online-Shopping vor.
Für mich nicht überraschend, dass das bei Gelegenheitssurfern nicht wesentlich anders aussieht. Neben dem Wunsch, einfach nur ein bisschen herumzustöbern und dabei mal aus dem Haus zu kommen, dürften wohl aich Sicherheitsbedenken ein wesentlicher Grund für die niedrigen Verkaufszahlen der online-Shops sein. Und nach wie vor sind Internetzugänge in unserem Land mit viel zu hohen Kosten verbunden. Wer würde schon ein EInkaufszentrum betreten, wenn er dafür erst noch Eintritt zahlen muss?
Mehr Infos in diesem Artikel in der netzeitung.de...

Montag, Oktober 25, 2004

Des Deutschen schönste Wörter sind...


...Habseligkeiten (Platz 1), Geborgenheit, lieben, Augenblick und Rharbarbermarmelade.
Entscheidend für die Wahl war nicht etwa, wie oft tausende von Einsendern für ein bestimmtes Wort stimmten, sondern wie für das Wunschwort argumentiert wurde. Für das Wort "Habseligkeiten" wurde von einer Dame so anrührend plädiert, dass sich die Jury erweichen ließ.
Eines beweist die obige Hitliste: Im Augenblick lieben die Deutschen Geborgenheit und ihre Habseligkeiten - und mir kommt diese ganze Wahl vor wie...Rharbarbermarmelade.

Rückfall in die Fernsehsteinzeit


Ein "Fernsehexperiment in Echtzeit" präsentiert uns das ZDF angeblich heute Abend. Der Thriller "Feuer in der Nacht" wird ab 20.15 Uhr direkt live vor den Kameras gespielt werden. Doch was da als Novum an den Zuschauer gebracht werden soll, ist eigentlich ein alter Hut. Bevor es die Möglichkeit zur Aufzeichnung gab, wurden Fernsehspiele grundsätzlich auf diesem Wege produziert. Theaterstücke vor laufender Kamera. Neu ist daran nichts, nur das Pannenpotential ist um ein Vielfaches größer als bei einem Fernsehfilm.
Eine der vielen, tollen Ideen, mit denen uns das ZDF wohl für die hohen GEZ-Gebühren entlohnt. Die bemühen sich eben, uns etwas zu bieten - Fernsehen wie vor fünfzig Jahren nämlich.
Aber wenigstens ist das Konzept nicht so dämlich wie bei einem dieser interaktiven Filme...

Erfassung biometrischer Daten: teuer aber unsicher


Der Chaos Computer Club weist daraufhin, dass Fingerabdrücke unter Umständen leicht manipuliert werden können. Mit einfachsten Mitteln sei es leicht möglich, Abdruckattrappen herzustellen. Die Erfassung biometrischer Daten in Reisepässen sei demnach überflüssig und würde lediglich die Taschen der Hersteller entsprechender Systeme auffüllen.
Ganz davon abgesehen, möchte ich noch hinzufügen, könnte ja jemand auch gleich einen ungefälschten, dafür vom Besitzer gestohlenen Finger bei sich tragen. Bietet sich doch irgendwie an, oder? Bei Netzhautscans geht das übrigens auch ganz prima. ;-)
Mehr Infos gibt es in diesem Artikel im Stern...

Wenn die Super-Nanny versagt...


...schickt RTL diese reizende junge Dame. Sie ist übrigens diplomierte Pädagogin und hat viele Jahre lang mit traumatisierten Kindern gearbeitet. Selber hat sie leider keine, denn noch hat sie ihren Traummann nicht gefunden. Groß sollte er sein, dunkelhaarig und nach Möglichkeit Zahnarzt. ;-)





Mammmiieeeeee !!!!!

Realer Cyberpunk !? - Neue Ansätze


Theodore Berger von der University of Southern California arbeitet zur Zeit ein an einem künstlichen Hippocampus, der in Zukunft vielleicht als Ersatz für durch Krankheit oder Unfall zerstörtes Hirngewebe dienen könnte. Erst einmal wird es sich aber nur um die Kopie eines Rattenhippocampus handeln, dessen neuronale Aktitvität Berger und sein Team mit Hilfe zufällig erzeugter Reize genau analysiert haben. Es ist fraglich, ob synthetische Hirnabschnitte in Zukunft wirklich eine Hilfe für Alzheimerpatienten oder Unfallopfer sein könnten. Denkbar wäre es aber schon.
Thomas DeMarse Arbeit geht in umgekehrter Richtung. Er will biologische Gehirne wie das einer Ratte dazu trainieren, Fahrzeuge zu steuern. Dazu wurden einer Ratte rund 25 000 Nervenzellen entnommen und in einer Petrischale kultiviert. 60 Elektroden in der Kultur stellen die Verbindung zu einem Computer her, auf dem eine Flugsimulation läuft. DeMarse behauptet, das Minigehirn lerne nun langsam, wie die Maschine gesteuert werden kann. Immerhin wird das Projekt von der National Science Foundation finanziert.
Ich stelle mir gerade vor, was er für ein Gefühl sein würde, wenn demnächst Passagierflugzeuge über unseren Köpfen kreisen, die von Rattenhirnen gelenkt werden. Ein Staat ließe sich dann ja vielleicht durch ein menschliches Hirn lenken. Wäre doch mal ein völlig neuer Ansatz, oder?
Mehr Infos zu Experimentem mit neuronalen Netzen bei telepolis...

Sonntag, Oktober 24, 2004

Alien Contact 62 jetzt online abrufbar


Unter anderem ist in der neuen Ausgabe ein Interview mit Herbert W. Franke enthalten, sowie ein Bericht über Satire in der Science Fiction von Christian Hoffmann. Alien Contact kann kostenlos im Internet gelesen werden und zwar exakt hier...

Ötzi-Finder bei Bergwanderung ums Leben gekommen


Es ist einer dieser seltsamen tragischen Zufälle, wie ihn nur Drehbuch des wahren Lebens schreiben kann. Helmut Simon der Finder der Gletschermumie "Ötzi" ist ausgerechnet bei einem Unfall in den Bergen zu Tode gekommen. Damit ähnelt sein Schicksal sehr dem des Steinzeitmenschen, der vor rund 5000 Jahren ums Leben kam...
Kurzmeldung auf der Seite des orf.

Freitag, Oktober 22, 2004

Castro gestürzt...


...und zwar von sich selber. Der Mann hat allerdings nicht gegen sich geputscht sondern ist schlicht und ergreifend von der Bühne gefallen. Kann passieren.
Er hat sich mittlerweile dafür entschuldigt. Ob bei der Bühne, beim Publikum oder sich selbst, weiss ich leider nicht.
Ich halte die Meldung übrigens nicht mal ansatzweise für bedeutsam, konnte aber der Überrschrift nicht widerstehen. Die TAZ auch nicht und schreibt genauso wenig darüber wie ich. ;-)

Original-DVD mit Drohung


Gelegentlich erlaube ich mir mal eine DVD, schließlich gönnt man sich ja auch sonst alles. Was Filme angeht, gibt es bei mir eine ähnliche Sammelleidenschaft wie bei Büchern. Dabei geht es mir nicht um Vollständigkeit, sondern darum, mit der Zeit eine Kollektion zusammenzustellen, die aus wirklich exzellenten Filmen besteht.
Gestern habe ich mir die "Purpurnen Flüsse 2" zugelegt.
Vor den Film hat der Hersteller einen fiesen Spot gesetzt, der auf die Illegalität der Verbreitung von Raubkopien hinweist. Selbstverständlich kann dieser rechtliche Hinweis nicht übersprungen werden und muss von jedem Zuschauer in seiner ganzen Länge erduldet werden.
Aber wieso zeigt man den mir? Ich habe doch eine legale DVD erworben, mich also ans geltende Recht gehalten. Wieso werde ich durch diesen lästigen Zusatz bestraft?
Auf einer illegalen Version wird sich dieser Hinweis doch wahrscheinlich nicht finden, oder? Macht der Hersteller der DVD durch seinen mahnend erhobenen Zeigefinger in Form lästiger Drohwerbeclips nicht die illegale Version noch attraktiver?
Ich komme mir vor, wie ein Mann, der sein Parkticket bezahlt hat, es hinter der Windschuztscheibe platziert und dann von einer Politesse mit finsterem Blick darauf aufmerksam gemacht, dass er sich strafbar machen würde, wenn er kein Ticket löst.
Langsam wird das ganze etwas lästig...

Mitternacht - eine gute Zeit zum schreiben...


...die Fantasie ist wach trotz Müdigkeit und die Worte sprudeln heraus. Ein gutes Gefühl, Zugang zu einer Story zu finden. Ich bin gespannt, wie sie sich weiter entwickelt. Die Idee gefällt mir auf jeden Fall. Jetzt ab ins Bett, muss morgen früh raus...

Donnerstag, Oktober 21, 2004

Biomosaik: Wenn man drei Eltern hatte


Laut einer Meldung auf NewScientist.com haben britische Wissenschaftler das Patent für ein Verfahren beantragt, das es ermöglicht das Ergbgut von drei Eltern in einem Kind zu vereinigen. Auf diesem Wege soll der Ausbruch von Erbkrankheiten, die speziell auf einer krankhaften Veränderung der Mitochondrien basieren, verhindert werden. Normalerweise entsprechen die Mitochondrien eines Kindes denen der Mutter und stammen aus der Eizelle. Genetische Defekte werden so von der Mutter auf das Kind vererbt.
Bei der neuen Methode wird ein in Vitro befruchteter Zellkern aus der Verbindung von zwei Eltern aus der Zelle entfernt und in die Eizelle einer weiteren Frau transplantiert. Die Mitochondrien würden dann denen der zweiten Frau entsprechen, während die Erbiformationen im Kern von der ersten Frau stammen.
Experten weisen darauf hin, dass nur rund 35 Gene aus den Mitochondrien, also von Mutter Nummer zwei stammen. Im Vergleich zu 10000 Genen im Zellkern sei das sehr wenig, so dass die Erbinformationen der zweiten Mutter praktisch vernachlässigbar wären.
Trotzdem heißt es vielleicht in Zunkunft: Die Blödheit hatte er vom Vater, die Arroganz von Mutter Eins und die Trunksucht und das große Talent zum Politiker von Mutter Zwei.
Mehr Informationen gibt es bei NewScientist.com...

Mittwoch, Oktober 20, 2004

Der Bauplan wird langsam komplett...


...aber wenn man erstmal weiß, wie etwas aufgebaut ist, dann will man es auch verbessern. Wann kommen wir an den Punkt an dem ein Arzt die Abtreibung eines Kindes vorschlägt, weil es zur Fettleibigkeit neigen wird? Oder kleinwüchsig sein wird? Oder nachtblind? Werden wir jemals erfahren, welche Mozarts, Einsteins oder DaVincis uns in Zukunft entgehen, weil sie bestimmten Normen nicht entsprachen?
Mehr Informationen über die Entschlüsselung des menschlichen Erbgutes im Rahmen des Human Genome Project findet man in diesem Artikel aus der FAZ...

TV-B-Gone...


...ist eine Fernbedienung, die nur einen einzigen Schalter besitzt. Den großen OFF-Button für alle gängigen Fernseher. Wer sich also durch TV-Apparate in seiner näheren Umgebung gestört fühlt, braucht demnächst nur zum Multi-Abschalter zu greifen, wie ein Desperado zum Colt. Aus ist die Flimmerkiste im Schaufenster, im Elektromarkt, im Wartezimmer des Arztes oder wo auch immer.
Ich fände sowas ja wesentlich spaßiger, um die Zündung von Autos abzustellen, Ampelanlagen fernabszuschalten oder besser noch Radarfallen. Und wann kommt Politesse-B-Gone, Gattinnen-B-Gone, laute-Kinder-B-Gone, Diktatoren-B-Gone...?
Mehr zum Thema bei heise - wenn es einen wirklich interessiert...

IE ist der robusteste Browser...


...hat laut Heise ein Programmierer bewiesen, indem er diverse Browser einem Test unterzogen hat. Ein von ihm entwickeltes Tool erzeugte dazu fehlerhafte HTML-Seiten. Der IE sei durch solche korrupten Websites so gut wie nie abgestürzt, ganz im Gegensatz zu den Browsern anderer Hersteller.
Muss man sich eigentlich noch fragen, wer diese Untersuchung in Auftrag gegeben hat?
Abstürzen tut der IE freilich nicht, dafür lässt er - ich habe sowas natürlich nur mal gehört und kann es nicht beweisen - gern mal Besuch in den PC. Und der bleibt länger, bezahlt keine Miete und verbeißt sich in der Festplatte.
Ich schüttele gerade den Kopf ob dieses fragwürdigen Versuchsresultates.
Mehr Infos bei Heise...

Disney und Dali: Gegensätze zogen sich an


"Destino" lautet der Titel eines Kurztrickfilmes, der, man höre und staune, in einer Kooperation zwischen Salvador Dali und Walt Disney entstand. Typische Dali-Motive bilden hierbei der Hintergrund für eine kleine sechsminütige Liebesgeschichte.
Der Kurzfilm wurde übrigens erst nach Dalis Tod 2003 mit Hilfe seiner alten Entwürfe endgültig fertig gestellt. Nun soll daraus eine DVD entstehen - aber wie füllt man die mit einem Film, der nur 6 Minuten lang ist? Vielleicht mit einem vierstündigen Making Of?
Mehr Infos gibt es in der Netzeitung.de

Roboterkameljockeys


Statt auf fremden Planeten landen Roboter nun auf Kamelrücken. In Katar dürfen Kinder nämlich nicht mehr als Kamel-Jockeys bei den dortigen traditionellen Kamelrennen eingesetzt werden - was sicherlich sehr wünschenswert ist. Aber statt auf zierliche Erwachsene zurückzugreifen, konnte sich die dortige Regierung für eine technologische Lösung begeistern. Eine Schweizer Firma hat sich darauf spezialisiert, Robotern nicht etwa das Laufen, sondern das Reiten beizubringen. Katar kauft 100 dieser Sattelbots für einen Stückpreis von 5500 Dollar.
Ich persönlich konnte dem Reitsport, sei es auf Pferden oder Kamelen, noch nie etwas abgewinnen. Das einzige erfreuliche für mich am hierzulande so beliebten Dressurreiten war es bislang, den Reiter vom Pferd fallen zu sehen. Wird man mir diese letzte Freude am Pferdesport demnächst nehmen? Statt Reiter in bescheuerten Klamotten demnächst IMACs auf dem Rücken edler Rappen?
Mehr Infos gibt es bei telepolis...

Dienstag, Oktober 19, 2004

SF in der Musik


Möglicherweise ein sehr interessanter Thread für Musikfans, der da gerade aktuell im SF-Netzwerk diskutiert wird...

Opel-Krise


Nicht nur als Ruhrpottler gilt meine Solidarität derzeit den Opelanern. Die Kaltblütigkeit mit der 4000 Arbeitsplätze einfach so zerstört werden sollen, bringt mich persönlich auf die Palme. Unseren Unternehmen sollte langsam klar werden, dass der Verlust von Arbeitsplätzen unweigerlich auch zur Verringerung ihrer Einnahmen führen wird - wer kein Geld mehr in der Tasche hat, wird auch keine Autos mehr kaufen.
Auf nicht allzu lange Sicht ist sowieso klar, welche Konsequenz die zunehmende Automatisierung hat. Es wird nur noch wenige Jahre dauern, bis ein Werk wie das von Opel von vielleicht hundert Technikern gesteuert werden kann, deren Aufgabe einzig und allein darin besteht, die computerisierten und von Robotern durchgeführten Produktionsvorgänge zu überwachen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sind menschliche Arbeiter für solche Unternehmen nur noch dann interessant, wenn sie fast umsonst arbeiten. Auch Opel will seine Werke daher jetzt schon in Billiglohnländer auslagern.
Sind Arbeiter überflüssig geworden, dürften die sozialen Folgen katastrophal sein. Steht dann ein Sturm auf die Maschinen bevor?
Gedanken, während ich Bilder von den Protesten bei Opel auf der Homepage des WDR betrachte...

Montag, Oktober 18, 2004

Ich wurde Zeuge eines Zeitphänomens...


...und es geschah heute in der Herner Fußgängerzone.
Ich beschreibe das Ereignis, so wie ich es wahrnahm:
Etwa 16.30 Uhr. Gerade, als ich in die Fußgängerzone einbiege, fotografiert ein älterer Herr unmittelbar vor mir eine Frau in einem recht auffälligen Kleid. Keine zwanzig Meter weiter passiere ich eine kleine Boutique vor der eine Plakatwand aufgebaut worden ist. Auf der Plakatwand exakt das Bild der flippigen Dame, das keine zehn Sekunden vorher direkt vor meinen Augen aufgenommen wurde.
Ein außergwöhnliches Zeitphänomen? Sind in Wahrheit nicht nur zehn Sekunden verstrichen, seit ich Fotograf und Model passiert habe, sondern eine ganze Woche? Haben über die letzten sieben Tage hinweg staunende Passanten beobachtet, wie ich mich extrem verlangsamt nur Mikrometerweise vorwärts bewege?
Beim ersten Betrachten des Plakates bin ich noch erstaunt, doch ein zweiter Blick mit dem geschulten Auge des Physikers offenbart mir, dass abgebildete Dame ein anderes Kleid trägt. Ihr scheint die Boutique zu gehören und sie präsentiert auf den Bildern offenbar ihre schönsten Kleider mit sich selbst als Model. Der werte Gatte muss sie zu diesem Zweck nach und nach in jedem einzelnen Fummel ablichten.
Nicht Zeitanomalie, nur weibliche Eitelkeit. Kaum zu glauben, dass man zwei so verschiedene Phänomene miteinander verwechseln kann...

Kampfdrohnen...


...sind keine Fiktion mehr, sondern finden Einsatz im modernen Kriegsgeschehen. Nun will das amerikanische Militär einen autonomen Hubschrauber entwickeln, also eine Drohne, die selbstständig fliegt und Ziele sucht. Die Maschine soll dabei zwischen Zivilisten und Kämpfern unterscheiden können. Am Gesichtsausdruck ist das sicher kaum möglich, höchstens daran, ob jemand eine Waffe trägt. Wird die Dummheit von Maschinen wieder einmal unterschätzt? Welcher üble Diktator würde schon davor zurückschrecken, zunächst Kinder mit Holzgewehren in ein Kampfgebiet zu schicken, um heraus zu finden, ob dort Drohnen lauern? Kann das System überhaupt funktionieren.
Mehr Infos gibt es in diesem Artikel bei heise...

Wartezimmersyndrom


Heute hatte ich Gelegenheit, mal wieder Einblick in eine deutsche Arztpraxis zu nehmen. Glücklicherweise war ich nicht selbst das Opf...äh, der Patient, sondern mußte nur jemanden dorthin bringen.
Der Anblick des Wartezimmers wird mich vermutlich noch bis in den Schlaf verfolgen. Überfüllt wie es war, hatte es mehr Ähnlichkeit mit einem Flughafen. Die Wartezeit bewegte sich mit zwei Stunden auch in einem Bereich der Flugreisenden sehr bekannt vorkommen dürfte - und das trotz Termin. Ein lohnenswertes Geschäft, wie man am Auto Mediziners draussen auf dem Parkplatz unschwer erkennen konnte. Ein paar Patienten weniger in der Warteschleife hätten es meiner Ansicht nach auch getan. Denn eigentlich geht man ja zum Arzt, weil man dort Heilung sucht und nicht, weil man sich noch ein paar zusätzliche Infektionen einfangen möchte.
Wer viel Zeit in solchen Wartezimmern verbringt, der wird wohl unweigerlich depressiv. Mein Vorschlag: Wenn es schon so lange dauern muss, dann sollten den Wartenden kleine Separees mit Kabelfernsehen und Internetanschluss zur Verfügung gestellt werden, in denen Cocktails und Cappuccino gereicht werden. Für die Krankenkassenbeiträge die in diesem Land gezahlt werden, ist das wohl das mindestes, was man erwarten kann.
In den USA geht es nicht schneller, dafür schaut in amerikanischen Krankenhäusern demnächst nicht mal mehr ein Arzt, sondern ein Roboter vorbei. Der übermittelt per Kamera Bilder von den dahinvegetierenden Patienten an den behandelnden Mediziner. Na ja, ein richtiger Medoroboter ist das ja nun nicht gerade, mehr so eine Art ferngesteuerter Mülltonne mit Kamera. Viel Technik, damit Herr Doktor nicht mehr laufen muss. Anscheinend fürchten amerikanische Ärzte, was Mitglieder ihrer Zunft gutgläubigen Patienten weltweit empfehlen: Bewegung.
Mehr Infos über die neuen Götter in Weißblech gibt es hier beim Spiegel...


Wild Kingdom erwacht aus dem Todeschlaf


Es lebt, das Magazin für die düstere Lebensart. Ganz langsam beginnt wieder Blut durch seine Adern zu fliessen und unheilverheissende Stimmen ertönen aus dem Dunkel. Im Augenblick sind es vor allem übrigens noch die von Christian Spließ, Markus Korb, und mir, aber es kommen ständig neue Artikel hinzu.
Auf ins Wild-Kingdom.

Verwässert: Hai-Alarm auf Mallorca


Wider besseres Wissen hat sich RTL mal wieder an einer Eigenproduktion versucht. Für gewöhnlich schreibe ich über Filme ja gern Kritiken, aber RTLs neuste Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für minderbegabte Drehbuchautoren ist nicht mal einen Verriß wert. Nein, ich haue auf den falschen und nehme die letzte Bemerkung zurück. Der Autor wußte es selbst bestimmt besser, aber die Produzenten ließen ihn nicht.
"Wir wollen Strand, Bikinis, Product Placement und ein bisschen Jugendwahn, ihre Ideen sind sehr schön, aber wir zielen auf den Mallorca-Touristen."
Eine Frage hätte ich noch: Wieso sehen wir in einem Film über einen Monsterhai fast zwei Stunden lang niemals einen solchen, dafür aber ständig Ralph Möller am Steuer irgendeines Autos auf Mallorcinischen Landstrassen? Bis kurz vor dem Finale harrte ich noch vor dem Fernseher aus, machte jedoch kurz nach dem das böse Megalodon die böse Wissenschaftlerin ausschaltete, genau dasselbe mit meinem Fernseher. Wie ist es möglich, eine für solide Spannung prädestinierte Geschichte dermaßen zu verhunzen? Statt platter Dialoge hätte es einer größeren Anzahl von zweibeinigem Haifutter bedurft. So ein Monster wirkt nämlich viel bedrohlicher wenn ab und zu mal jemand ins Gras beißt ... oder in diesem Fall den Seetang, gell?
Actionanteil höchstens zwei von hundert Minuten, miese Effekte und belanglose Trallala-Dialoge. Deutsche Fernsehproduktionen müssen nicht schlecht sein, das zeigte doch vor kurzer Zeit "Ratten 2" auf Pro 7. Liebe RTL-Leute, wenn ihr Fragen dazu habt, wie man sowas macht, dann ruft mich doch einfach an.
Ich helfe gern...

Sonntag, Oktober 17, 2004

Druckkostenzuschuss?


Junge Autoren wollen ihre Werke genauso gern veröffentlicht sehen wie Profis. Manchmal mangelt es an objektiver Selbsteinschätzung der eigenen Qualitäten, manchmal scheitert es auch nur am Unwissen, wie und wo man Texte unterbringen kann. Schnell bietet da so mancher sein Werk einem Druckkostenzuschussverlag an. Wer mit so einem Unternehmen liebäugelt, sollte zunächst mal einen Blick auf diesen Thread beim SF-Netzwerk werfen.

Samstag, Oktober 16, 2004

Eine Filmkritik von mir bei Wikipedia


Schon erstaunlich. Der Film "From Hell" hat mittlerweile Erwähnung in der Wikipedia-Webenzyklopädie gefunden. Und irgendjemand hat meine Kritik zu diesem hervorragenden Thriller verlinkt.
Ich wars nicht.

Ich bin ein Gewinner !!!


Das habe ich ja schon gewusst, aber nun wurde mir gerade von einer reizenden jungen Dame mitgeteilt, dass ich 3000 € in bar gewonnen habe. Dass die Ansage vom Band kam, irritierte mich dabei überhaupt nicht. Dank neuster Technologien geht sowas heute alles ganz automatisch und erfrischend unpersönlich. Einzige Bedingung, um an mein Geld zu kommen, sei es, eine Nummer zu wählen und zwar die 0190 xxxxxxxxx (aus Gründen des Datenschutzes gebe ich sie hier nicht ganz an).

Natürlich habe ich nicht wirklich zurückgerufen, sondern etwa auf halber Länge des Tonbandes die Gabel gedrückt. Zu dumm, dass solche dubiosen Unternehmen immer wieder mit ihren betrügerischen Anrufen auf Ahnungslose treffen, die sich dann in Endlosschleifen unter teuren 0190er-Nummer locken lassen. Alles was diese hoffnungsfrohen Leutchen damit gewinnen, ist eine saftige Telefonrechnung.
So etwas müßte man doch eigentlich gesetztlich unterbinden können, oder?
Statt dessen konzentriert man sich dann lieber auf den kleinen Mann, der sich eine CD aus dem p2p-Netzwerk zieht. Schon seltsam...

Chatten und Computerspiele führen mal wieder zu schweren psychischen Störungen...


...behaupten mal wieder einige Mediziner. Wer häufig so wie in Chats oder Computerspielen idealisierte Traumidentitäten annimmt, der wird den Unterschied zwischen Illusion und Realität auf Dauer als so schmerzhaft empfinden, dass er sich völlig in eine Traumwelt zurückzieht. So zumindest die Theorie der Experten. Neu ist die Erkenntnis nun ja nicht gerade, dass Menschen je nach Umfeld andere Rollen einnehmen. Da wird das kleine Licht aus der Firma am Stammtisch auch mal zum großen Diktator, und der von der Ehefrau kommandierte Gatte mutiert im Kegelverein zum gefeierten Sportstar. Solche Rollenspiele gab es auch schon lange, bevor Computer Einzug in unser Leben hielten.
Es sieht doch wohl eher so aus, dass sich nicht jeder einen Porsche, das Spiel auf dem Golfplatz oder die Affäre mit der blonden Krankenschwester auch in der Realität leisten kann, wie es so manchem Arzt möglich ist. Wenn sich nun der eine oder andere diesen Kick an der Playstation oder im Chat verschafft, so wird das wohl nicht gleich zu enrsthaften Persönlichkeitsstörungen führen, oder doch?
Wer sich intensiver über die angeblichen von Internet und Computer ausgehenden Gefahren informieren möchte, kann das in diesem Artikel bei Heise tun.
Man ahnt ja gar nicht, wie schlimm das alles ist...;-)

Ich bin zu alt für diese Scheiße...


...darum hätte ich mir "Thunderbirds" gar nicht erst ansehen dürfen. Für die jüngeren Kinozuschauer sei noch mal erklärt, dass es sich dabei um die Neuverfilmung der alten Gerry Anderson-Serie aus den Sechziger Jahren handelt. Deren besonderer Charme lag nie in den einfach gestrickten Geschichten, sondern in den wunderschönen Modelleffekten und den drolligen Figuren. Denn die Originalthunderbirds waren Marionetten wie aus der Augsburger Puppenkiste, nur viel spannender gestaltet und auch auf ein erwachsenes Publikum zugeschnitten. Zuletzt liefen die echten Birds so weit ich weiß im Vorabendprogramm des WDR etwa Ende der Achtziger Jahre.
Die Neuverfilmung hält sich in den Designs der Fahrzeuge, der Startanlagen sowie der Heimatbasis der Helden sehr genau an die Vorlage und auch Bösewicht Ben Kingsley gleicht seinem Puppenvorbild auf jedes nichtvorhandene Haar.
Die Story ist leider genauso doof, wie es für effektlastige Kinokinderfilme heute meistens üblich ist und vermag sogar die "Spy Kids" an Dämlichkeit noch um Längen zu übertreffen. Freundschaft, Loyalität und Technikglaube lösen hier alle Probleme, und retten den langatmigen Film bis ins Finale bei dem die meisten Zuschauer längst eingeschlafen sein dürften.
Soviel blinder Technikpositivismus hat mich schon bei Star Trek entnervt. Hier ist er zusätzlich in soviel rosarote Zuckerwatte eingewickelt, dass er fast schon Übelkeit auslöst. Ich hätte mir übrigens deutlich mehr Effekte gewünscht und den müden Handlungstamtam gleich sein lassen.
Für die Kids mag das aber ganz spannend sein...

Freitag, Oktober 15, 2004

Ein treffenderes Bild...


...von mir kann ich mir kaum vorstellen. Bücher, Aliens und ich lesend mitten drin. Ludger hat es mir zum Geburtstag gewidmet und mir gefällt es so gut, dass ich es gleich blogge.
Mehr von Ludger gibt es übrigens hier...

Fernsehtipp: "Blutmond" auf VOX


gerade läuft Michael Manns Film "Collateral" in den Kinos. "Blutmond" ist aus dem Jahre 1986 und der ursprüngliche Titel lautete "Roter Drache". Jawohl, es handelt sich um die erste filmische Adaption des Harris-Romanes, in der auch Hannibal Lecter einen kurzen Auftritt hat - damals allerdings noch vom eher unbekannten Brian Cox verkörpert. Ermittler Will Graham wird übrigens von CSI-Star William Petersen gespielt.
Ein brillanter Film, der mir in mancher Hinsicht besser gefällt als die Neuverfilmung. Toller visueller Stil.
Grandios!
Zu sehen um 22.15 Uhr auf VOX.

Eine neue Art von Menschenaffen?


Kryptozoologen dürften Oberwasser haben angesichts dieser hochinteressanten Meldung: Wissenschaftler vom Jane Godall Institute beobachteten im Kongo eine bisher unbekannte Art von Affen, die unter den Eingeborenen als "Löwentöter" bekannt sind. Die Tiere seien etwa zwei Meter groß und ähnelten Gorillas, haben sich jedoch eher wie Schimpansen verhalten. Mich persönlich erinnert dieser Bericht ganz verdächtig an solche, die von Zeugen nach Begenungen mit Big Foots oder Yetis geschildert wurden. Eine Ente also? Oder ein Hinweis darauf, dass manche Legenden sich doch noch als wahr erweisen werden? Mehr Infos gibt es hier.



Überhaupt keinen Bock auf Sex...


...mir fällt es schwer, das zu glauben. Uns allen ist ja nun nicht neu, dass Menschen es für gewöhnlich ziemlich gern tun. Manche mit möglichst vielen Gespielen oder Gespielinnen, andere vor allem mit Partnern, die rein biologisch eigentlich gar nicht für sie gedacht waren und bei einigen fixiert sich der Spaß an der Sache nur auf bestimmte Körperteile oder Gegenstände.
Jedem so wie es ihm gefällt, solange es Spaß macht und keinem weh tut, ist das ja auch völlig in Ordnung. Aber dass manche überhaupt keine Lust auf Sex haben erstaunt mich schon. Diejenigen, die gar keine Zeit mit inniger Zwei- oder Mehrsamkeit vergeuden wollen, nutzen nun auch das Internet, um Kontakte zu knüpfen und dabei ihren wahren Leidenschaften nachzugehen. Monopolyspielen, Häkeln oder die Muster in der Raufasertapete auswendig lernen vielleicht.
Ein Symptom dafür, dass es in unserer Gesellschaft immer mehr einen Trend zur Isolation gibt?
Mehr Infos über das Thema gibt es in diesem Artikel bei telepolis. Was es nicht alles gibt...

Gerade habe ich ein Interview gegeben...


...nun ja, nicht wirklich ein Interview im klassischen Sinne, sondern eines per EMail. Im Zeitalter der modernen Medien macht man das eben so. Und die Vorteile liegen auf der Hand. George Bush mußte bei seinem Präsidentschaftsduell gegen Kerry einen Knopf im Ohr tragen, um sich gut pointierte Antworten einflüstern zu lassen. Meine zwölf Public Relation-Spezialisten, Imageberater, Lektoren und ich sitzen hier ganz gemütlich bei einem Tässchen Kaffee beisammen und lassen uns jede Antwort erstmal durch den Kopf und dann auf der Zunge zergehen. Über das Interview selbst, verrate ich nichts. Wäre ja blöd, wenn es keiner mehr lesen würde, oder?

Donnerstag, Oktober 14, 2004

Wenn die Natur zurückschlägt...


...könnte das so aussehen. In zwei wirklich ganz, ganz kurzen Momenten erinnert mich dieses Filmchen ein bisschen an Matrix. Einfach nur der guten Laune wegen mal hier der Link...

Was für ein Tag...


...die Erkältung hält mich in ihren eisigen Klauen, trotzdem bin ich schön brav an meiner Arbeitsstelle aufgetaucht. Und dann durfte ich heute um 19 Uhr auch gleich nochmal an einer Konferenz teilnehmen. Ja, irgendwie war es schon ein außergewöhnlicher Tag, besonders als meine Klasse "Happy Birthday" für mich sang und mir viele Schüler per Händedruck gratulierten. Das sind die schönen Momente.
Aber eigentlich sollte man den 35. Geburtstag anders verbringen. Egal, dann gönne ich mir ein paar Stunden in Buchläden und DVD-Abteilungen eben am Samstag.
Natürlich nur, wenn mich die "Super-Grippe" bis dahin nicht in den Orkus gepustet hat ;-)

Mittwoch, Oktober 13, 2004

Pädagogen und Computer...


Es gibt gewisse Klischees, die sich immer wieder zu bewahrheiten scheinen. Dass Lehrer keine Ahnung von Computern hätten, ist eines davon. Nun ist es einem vierzehnjährigen Schüler mit minimalem Aufwand gelungen, sich Klausurfragen und - lösungen für das Schuljahr 04/05 vom Webserver des sächsischen Kultusministeriums zu beschaffen. Dazu benötigte der findige junge Datenschnüffler keine besonderen Hackerkenntnisse sondern lediglich gesunden Menschenverstand. Die Daten waren nämlich nicht mal mit einem Passwort gesichert worden und lagen für Lehrer als PDF-Datei zum Download bereit.
Äußerst peinlich, besonders weil so eine Panne leicht vermeidbar gewesen wäre.
Mehr Informationen findet man in diesem Artikel im Spiegel. Übrigens auch ganz ohne Passwort...


Einen neuen Supervirus...


...test man heute ausgerechnet an mir. Zumindest fühle ich mich so. Seit heute Morgen schwebe ich als Viren-Mutterschiff durch den Alltag und halte ständig weiße Tücher vor meine Nase wie ein Michael Jackson Double. Schnupfen, Husten, ein bisschen Heiserkeit.
Eine Freude, wenn man den ganzen Tag über reden (oder schreien) muss.
Hoffe es ist nicht irgendeine dieser lethalen Grippen über die Bücher wie "Superpox" berichten. Wäre irgendwie schade um mich...na ja, und den Rest der Menschheit.

Dienstag, Oktober 12, 2004

Auch Zivis haben Aggressionen...


...und die lassen sie beim Ego-Shooter "Counter Strike" raus. Irgendwo muss der Groll frisch aus der Schule und direkt in die Zwangsarbeit entlassener junger Männer ja hin.
Bei den Weltmeisterschaften in "Counter Strike" in San Francisco holte ausgerechnet ein 20jähriger Zivi aus Deutschland die Silbermedaille. Wer meint, das widerspräche der Grundlage der Kriegsdienstverweigerung, irrt. Verweigerer müssen in Deutschland nur überzeugend darlegen, warum es für sie unmöglich wäre, auf einen echten Menschen zu schiessen. Von Computerspielen war dabei nie die Rede.
Wer näheres über die Weltmeisterschaft erfahren möchte, sollte dazu diesen Artikel im "Spiegel" lesen...

Außergewöhnliche Bilder...


...gibt es auf der Seite von Gabi Scharf zu bestaunen. Unter anderem hat sie auch ein Cover für das Magazin "phantastisch" entworfen. Ein Besuch in ihrer "GS-Galerie" lohnt auf jeden Fall.
Klasse...

Montag, Oktober 11, 2004

Buchmessecon 2004 - Bilder von Prospero


Auch Prospero hat mittlerweile seine Bilder vom Con zur Besichtigung frei gegeben. Für den einen oder anderen sind sie sicherlich interessant, um sich noch einmal nachträglich einen Eindruck verschaffen zu können. Meine eigenen Bilder beschränken sich ja hauptsächlich auf die Lesung.
Prospero gehörte übrigens auch zu den Besuchern unserer Lesung und wir konnten kurz vorher noch einige wenige Worte wechseln. Dabei zeigten wir uns für zwei so belesene und eher wortgewaltige Zeitgenossen erstaunlich wortkarg.
Aber bei Bloggern macht die Vermeidung überflüssigen Small Talks absolut Sinn. Wir lesen uns gegenseitig und damit ist auch schon alles gesagt, was es zu sagen gibt.

"Walfred Goreng" ab sofort bestellbar !


Am Samstag haben wir in Frankfurt Dreieich aus ihr gelesen und nun ist sie auch erhältlich. Die neue Storysammlung der Storyolympiade "Walfred Goreng". Sie enthält unter anderem Stories von Heidrun Jänchen, Ines Bauer, Stefan Wogawa und Armin Roessler, sowie von meiner Wenigkeit.

Bestellt werden kann sie hier...

Die Lesung auf dem Buchmessecon 2004


Lesungen haben für uns Autoren so einen ganz besonderen Reiz. Auch für mich natürlich, ganz klar. Ehrensache, dass ich mir die Gelegenheit, auf dem Buchmessecon 2004 zu lesen, nicht entgehen lasse.


Als ich mich am Vormittag des 9. Oktober 2004 auf den Weg mache, begrüßt mich ein herrlich blauer Oktoberhimmel. Auf dem Beifahrersitz meines Wagens habe ich alles, was man als ambitionierter Autor für eine Lesung benötigt. Straßenkarte, einen Ausdruck der Story, die ich zu lesen gedenke (nur für den Fall, dass ganz unerwartet doch noch kein Exemplar der Anthologie „Walfred Goreng“ vorliegt), eine Digitalkamera, um später beweisen zu können, dass auch Personen anwesend waren, die man nicht gewaltsam selbst herbeigeschafft hat und einige Tabletten gegen Sodbrennen, falls ich es während der Anreise etwas zu gut mit dem Proviant meine.


Nach etwa eineinhalb Stunden problemloser Fahrt Richtung Frankfurt, lande ich wie schon fast erwartet im obligatorischen Stau. Für eine Weile sieht es ganz so aus, als würde ich diesen Buchmessecon irgendwo hinter Haiger Burbach verbringen, eingekeilt auf der mittleren Fahrspur zwischen dem Range Rover eines älteren Ehepaars zu meiner Linken, einem gelbroten LKW zu meiner Rechten und dem Renault eines Malermeisters vor mir. Einen Augenblick spiele ich mit dem Gedanken, die Motorhaube des hohen Range Rovers zu besteigen und von dort aus ganz spontan eine Lesung zu veranstalten. Soweit ich weiß, haben die Beatles mal ganz spontan vom Dach ihres Studios aus gespielt und auch U2 hat so was mal in Las Vegas gemacht. Die Beatles in London, U2 in Las Vegas und ich ….auf der A45 bei Haiger Burbach?? Ich verabschiede mich endgültig von der Idee, als mir einfällt, dass Fahrzeuge dieser Bauart für gewöhnlich von Hobbyjägern gesteuert werden und die haben manchmal ein Gewehr dabei.


Staus haben eine Gemeinsamkeit mit den Wahlversprechen unserer Politiker – sie lösen sich irgendwann in Luft auf. Der Stau auf der A45 macht da auch keine Ausnahme und so erreiche ich etwa 2 Stunden später endlich Frankfurt, dessen Skyline mich wie immer schwer beeindruckt. Gut nur, dass die Lesung in keinem dieser Türme stattfindet. Ich entsinne mich, dass die SF-Tage 99 im Dortmunder Harenberg Center veranstaltet worden waren. Aufgrund meiner Höhenangst bin ich über die Verkaufsausstellung im Erdgeschoss nicht hinaus gekommen. Alle Vorträge hatten nämlich oben im 18.Stock stattgefunden. Ein achtzehnstöckiges Gebäude ist gegen die Frankfurter Wolkenkratzer aber nur ein müder Witz.


Ich bin so fasziniert von der Aussicht, dass ich im Fahren mit der rechten Hand ein Foto aus dem Seitenfenster schieße und mir dabei überlege, wie ich das einem Verkehrspolizisten erklären werde, falls er mich dabei ertappt. „Sie schicken mir immer so schöne Fotos, wissen Sie, da wollte ich mich mal revanchieren und eines von ihnen machen.“ Der Spruch wäre wohl keine gute Idee gewesen, oder?


Wer nach Dreieich/Buchschlag will braucht viel Geduld. Für einen Bahnhof war in der kleinen Stadt anscheinend noch Geld übrig, aber für eine Brücke über die Gleise oder eine Unterführung drunter durch hat es dann wohl doch nicht mehr gereicht. Und da nahe Frankfurt immer irgendein Zug der Deutschen Bahn durchs Bild bummeln muss, ist die Schranke meistens unten. Kurz hinter dem Bahnübergang gibt es einen Kiosk und ich befürchte fast ortskundige Fahrer aussteigen zu sehen, um sich dort ganz in Ruhe, einen Kaffee, eine Zigarette und eine Partie Schach gönnen zu sehen. Ganz so schlimm ist es nicht, fünf Minuten später treffe ich am Bürgerzentrum, dem üblichen Austragungsort des Buchmessecon ein und betrete die heiligen Hallen.


Bekannte Gesichter tummeln sich, Serienautoren großer Verlage wie Bastei, aber auch diverse Kleinverlage geben sich die Ehre. Vertreter der Zunft, die man nur von ihren Internetpräsenzen her kennt. Wer als Außenseiter einen Con besucht, für den wird das ganze vermutlich schnell sehr langweilig, wenn er sich nicht an den diversen Verkaufsständen mit Material eindeckt. Der Reiz solche Szenetreffen liegt darin, dort Bekannte zu treffen.


Zu meiner großen Freude begrüßt mich sofort ein junger Mann im Anzug mit Händedruck. Stefan Wogawa hat mir gegenüber einen Vorteil. Durch meine Homepage weiß er, wie ich aussehe. Erst als er seinen Namen nennt, weiß ich, dass ich es mit einem Thunderboltler (dem zeitweiligen Redakteur) zu tun habe. (Der Thunderbolt übrigens ist dieser kleine Club, der Magazine, herausbringt, Kurzfilme dreht und immer mindestens 10 Mitglieder hat und trotzdem immer wieder für tot erklärt wird ;-))


Stefan und ich sind heute beide anwesend, um aus der Anthologie „Walfred Goreng“ zu lesen und er verrät mir, dass er etwas aufgeregt ist.


Innerhalb weniger Minuten treffe ich eine ganze Reihe von weiteren Bekannten. Alfred Becker, Barbara Jung, Robert Kerber, Armin Roessler, Christian Spließ. Nur dem Namen nach bekannt sind mir bisher Dieter Schmitt, der zusammen mit Armin „Walfred Goreng“ herausgegeben hat, sowie Ines Bauer und Heidrun Jänchen, die ebenfalls aus der Anthologie lesen wollen. Bei den Anwesenden ist bereits jetzt eine gewisse Nervosität spürbar, die aber nicht so ganz auf mich abfärben will. Für gewöhnlich empfinde ich die Vorstellung, eine Story von mir vor einer größeren Gruppe vorzulesen, etwa so aufregend, wie mein Auto zu betanken, oder 200 Gramm Aufschnitt im Supermarkt zu kaufen. Der Puls bleibt unten. Kribbelig werde ich frühestens eine Minute vorher.


Auch als Heidrun Jänchen mit ihrer Lesung beginnt, empfinde ich die Situation als entspannend. Das ändert sich auch noch nicht, als Armin Roessler nach Heidruns interessanter Story nun mich nach vorn bittet. Dann allerdings tut er etwas, das mich etwas aus dem Konzept bringt:


Armin haut nach allen Regeln der Kunst auf den Putz, als er mich vorstellt, listet Nominierungen auf und macht aus meinem siebten Platz beim Kurt Lasswitz- Preis gleich noch den Dritten. Allerdings nur aus Versehen und ich korrigiere ihn peinlich berührt, während ich überlege, welchen Gesichtsausdruck ich am besten aufsetze, um nicht auszusehen wie ein Pseudo-Prominenter bei Beckmann. Immerhin habe ich jetzt das richtige Lesungs-Feeling und bin endlich auch etwas nervös.


Während ich vortrage, gehen mir merkwürdige Fragen durch den Kopf. Gucken die jetzt interessiert oder schlafen sie gleich ein? Warum sieht der Typ hinten links ständig auf seine Armbanduhr, soviel Zeit wird er doch wohl haben, um zu warten, bis ich mich zu Ende blamiert habe. Komme ich mit der Zeit hin? 12 Minuten sind sehr knapp. Wie lange lese ich eigentlich schon. Seit einer Stunde, oder warum ist mein Mund so trocken? Oh je, ich habe mich verhaspelt. „To..to..to“…seit wann stottere ich? Ich habe doch noch nie gestottert. Und was, wenn ich auch noch sabbere? Vielleicht sprudeln ganze Wölkchen von Speicheltropfen aus meinem Mund und der schaut gar nicht auf seine Uhr sondern hält den Arm zum Schutz hoch. Und nuschele ich auch noch?


Na, ich will mal nicht übertreiben. Ganz so schlimm ist es nicht, so eine Lesung bringt mich nicht wirklich aus der Ruhe. Aber eine Befürchtung bestätigt sich: „Njomwegs Krankheit“, die Story, die ich vortrage, ist sehr „dialoglastig“. Liest man solche Passagen vor, verlieren Zuhörer im Gegensatz zum Leser schnell die Orientierung. Nicht etwa, weil es sie überfordert, sondern weil Hörern die Textstruktur fehlt und so schwer zu verfolgen ist, wer was sagt. Für einen Applaus reicht es dann aber doch noch, was den Autor sehr erleichtert. Aber etwas ist schief gegangen: Obwohl ich den Einstieg der Story weggelassen habe, bin ich gnadenlos über die Zeit. Die nachfolgenden Autoren schaffen ihr Programm aber trotzdem - und überzeugen mich ausnahmslos mit ihren Geschichten, genauso wie Heidrun Jänchen zu Beginn. Ines Bauer, Stefan Wogawa und Armin Roessler tragen lesenwerte ,Storys vor, wobei Stefan mit seiner humorvollen Weltraumgeschichte eindeutig die größte Begeisterung beim Publikum erntet. Der Humor kommt in der SF eben oft viel zu kurz und das hat Stefan nicht nur erkannt, sondern auch exzellent ausgenutzt.


Perfekt wäre nach einer so zumindest nach meinem Geschmack gelungenen Lesung nun der gemeinsame Abschluss bei einem Abendessen. Leider fehlt mir die Zeit für so eine Aktion und so springe ich nach zwei viel zu kurzen Stunden wieder in mein kleines schwarzes Auto und düse Richtung Autobahn davon.


Zum Winken hatte ich leider keine Gelegenheit mehr und so grüsse ich einfach von hier aus noch einmal die Herausgeber der Storyolympiade, die Mitautoren und auch alle anderen Bekannten, die ich auf dem Con getroffen habe.


Bis bald!


Samstag, Oktober 09, 2004

Auf zum Con


Das Auto ist vollgetankt, Digicam, Storymanuskript und ein Mittelchen gegen Sodbrennen liegen auf dem Beifahrersitz. Was braucht der Mensch mehr? Auf zum Buchmessecon!
Morgen wird wieder gebloggt.


Freitag, Oktober 08, 2004

Sinn und Unsinn von Weblogs


Die zarte kleine Diskussion die sich derzeit auf dem SF-Netzwerk entwickelt ist ein typisches, in Weblogs ständig breit getretenes Thema. Worin liegt der Sinn des Bloggens eigentlich und interessiert sich überhaupt irgendjemand dafür? Letztere Frage läßt sich sofort bejahen. Über den Sinn eines Weblogs zu diskutieren halte ich für genauso überflüssig, wie über den einer Homepage. Wenn man Spaß daran hat, dann tut man es einfach.
Wer meint, etwas zum Thema beisteuern zu können oder müssen, kann das hier tun...

Aus dem natürlichen virtuellen Lebensraum verbannt: offline - Eine beängstigende Erfahrung


Um 8 Uhr morgens geht nichts mehr. Eigentlich hätte ich etwas Zeit, aber der Remote Computer drüben bei meinem Provider zeigt meinem Modem die kalte Schulter. Anscheinend will er so früh morgens keinen Verkehr. Na ja, kein Problem, machen wir eben was anderes.
Nur was?
Die Erkenntnis ist nicht wirklich neu für mich: Das Internet hat einen nicht unwesentlichen Anteil an meinem Leben, um nicht zu sagen, es macht einen großen Teil davon aus.
Eigentlich möchte ich ja meine Mails duchsehen. Keine Chance solange ich keinen Zugriff aufs Netz habe Außerdem will ich eine Rezi schreiben und online stellen, unmöglich. Eine Recherche für meinen Job muss auch erledigt werden, aber es geht eben nicht. Ach ja und ich wollte noch ein oder zwei Sachen downloaden. Tja, daraus wird nichts. Nicht zu vergessen, die Wegbschreibung für morgen, die ich mir noch kopieren wollte. Und selbstverständlich kann ich die obligatorischen Stippvisiten in meinen Lieblingsforen und Weblogs vergessen. Nicht mal einen Blick auf die Seiten von Spiegel und Telepolis kann ich werfen. Klar gibts auch Nachrichten im Fernsehen. Aber mir persönlich ist es lieber, wenn die Nachrichten schon auf mich warten, statt umgekehrt. Wie ich ihn vermisse, den Luxus auf Informationen aller Art jeder Zeit zuzugreifen.
Nach 45 Minuten vergeblicher Versuche ins Netz zu kommen, rufe ich die Service-Hotline an. Dort stellt man mir die üblichen Standardfragen. Nach meiner Telefonnummer, ob die LEDs alle grün sind.
Ich bin sicher, es gibt eine Menge Nutzer, die überhaupt nicht wissen, dass es drei kleine Lämpchen an ihrem Modem gibt. Ich zähle allerdings nicht dazu. Mit dem tröstenden Hinweis, man arbeite an dem Problem, lässt mich die Dame einsam und offline in der realen Welt zurück.
Vielleicht ist es ja doch noch nicht zu spät für mich, denn immerhin fallen mir noch zwei oder drei Dinge ein, die sich nur auf der physischen Ebene, jenseits der abstrakten virtuellen Welt erledigen lassen. Kaum zu glauben, es ist ja schon wieder Herbst. Der Supermarkt ist jetzt auch in einem anderen Stadtteil - angeblich schon seit einem Jahr. Dass mir ein Bart gewachsen ist, war mir auch gar nicht aufgefallen. Und mein Auto habe ich wohl etwas zu lange nicht benutzt, denn mittlerweile ist nur noch der Rahmen übrig, den Rest hätten Jugendliche nach und nach ausgeschlachtet, wie mir eine Nachbarin erzählt. Dieselbe Nachbarin, die behauptet ihr Sohn, mit dem ich gut befreundet bin, sei bereits vor drei Jahren weggezogen. Hätte schwören können, wir waren neulich erst in diesem irischen Pub gewesen. Und mein Haus, das ist gar kein Haus mehr, sondern ein riesiger, von aussen durchsichtiger Glaskasten in Form eines gigantischen transparenten Computermonitors, in dem es nur mein Sofa, mein Bett, meinen Kühlschrank und meinen Computer gibt. Da wo bei einem richtigen Monitor der Herstellername stehen würde, befindet sich an dem riesigen Glaskubus ein seltsamer Schriftzug. "Das Nerd-Museum". Etwas kleiner drunter in Form einer Laufschrift. "Bestaunen auch sie den Mann, der sein Leben allein vor dem Monitor vebringt. 24 Stunden täglich. Jetzt auch live im Fernsehen." Dann sehe ich mich, in einem fleckigen Trainingsanzug mit glasigem Blick an meinem PC zwischen Türmen leerer Pizzaschachteln und Pommesschalen. Und mein schmieriges, vereinsamtes Alter Ego zwinkert mir aus dunkelumrandeten Augen zu und keucht mit Grabesstimme: "Schlimm wird es erst, wenn der Internetanschluss ausfällt, meinst Du nicht auch?"
Ich schrecke zusammen und bin schlagartig wieder wach. Nur ein Traum, es war nur ein Traum. Wieder starte ich die Netzwerkverbindung, gebe mein Passwort ein. Was für eine Erleichterung. Nach sechs Stunden kaltem Internet-Entzug ist es eine Wonne, mitanzusehen, wie sich mein Computer endlich wieder mit dem Netz verbindet.
Alles ist gut, es ist wieder alles gut...schlimm, wird es doch nur, wenn der Internetanschluss ausfällt, oder?




Donnerstag, Oktober 07, 2004

Countdown zur Lesung auf dem Buchmessecon


Nein, so eine Lesung bedeutet nicht wirklich Stress für mich. Bisher habe ich es so gehalten, eine für diesen Zweck vorgesehene Story noch mal kurz für mich selbst anzulesen, um zu sehen, wie lange ich etwa brauche. Für den Buchmessecon werde ich wohl einen Test bei laufender Stoppuhr machen, denn den Autoren der Storyolympiade stehen leider jeweils nur 12 Minuten zur Verfügung. Etwas kurz, vor allem, wenn man noch die Telefonnummern weiblicher Bewunderer sammeln und archivieren möchte ;-)...
Noch mal zur Erinnerung: Die Lesung beginnt um 16 Uhr.

Wenn der Remote-Computer Heia macht...


...dann steht man als DSL-Nutzer ganz böse auf dem Datenschlauch. Ich kann mich nicht beklagen. Mein Anschluss arbeitete bis auf kleinere Phasen mit Pannen bisher fast immer störungsfrei. Nur in letzter Zeit scheint mein rosaroter Anbieter gelegentlich etwas überlastet zu sein. Da stellt der Server meines Providers mitten im Datenverkehr die Kommunikation mit meiner heimischen Maschine ein und schweigt sich aus.
Vermutlich Stress, kennen wir ja alle. Ärgerlich nur, wenn man gerade etwas wichtiges recherchieren will, seine Website aktualisiert oder bloggt.
Ganz ruhig, Thorsten. Reg dich nicht auf, denk an was schönes.
Ja, eine grüne Wiese, strahlendblauer Himmel, ich und ein eigener Server...

Mittwoch, Oktober 06, 2004

Hörbücher aus dem Netz - Chance, neue Leser zu gewinnen?


Wie schafft man es, das alte Medium Buch für die neuen Generationen interessanter zu machen? Indem man es ins Format eines neuen Mediums presst. Hörbücher erreichen auch Lesefaule. Und was läge näher, als die zum Download im Internet anzubieten. Natürlich nicht umsonst, aber immerhin um 20% reduziert.
Wo bleibt da das gute alte Gefühl, ein Buch in Händen zu halten und der Geruch des Papiers?
Mehr Infos über den Versuch neue Leser - oder besser Hörer - online zu ködern gibt es in dieser Meldung bei Heise...

Dienstag, Oktober 05, 2004

Mount St. Helens: Warten auf den Bumms


Wer wie ich auf den großen Knall im Mount St. Helens wartet, kann sich hier selbst ein Bild von der momentanen Situation machen. Das Bild der Vulkan Web Cam wird alle fünf Minuten aktualisiert.