Nichts ist wohl schwieriger, als jemanden umzubringen, der bereits tot ist. Eine ganze Generation drittklassiger C-Film Schauspielern sah sich im Laufe der Siebziger und Achtziger Jahre mit diesem Problem konfrontiert, als italienische Ramschregisseure den europäischen Markt mit billigen, aber kommerziell erfolgreichen Zombiefilmen überschwemmten. Das Konzept mit den sich erhebenden Leichen, die sich bissig über die noch lebende Restbevölkerung hermachen, lockt nach wie vor Zuschauer in die Kinos. „28 Days Later“ und „“Dawn of the Dead“ boten neue, intelligentere Variationen des alten Themas. „Resident Evil: Apocalypse“ basiert auf derselben Idee, nur haben die Macher sich noch fleißig aus dem Zitatenkästchen bedient.
Endlos die Liste filmischer Vorbilder, beginnend mit „Klapperschlange“, „“Terminator und „Robocop“, bis hin zu „Blade“ und eindeutig durch den Film „Dawn of the Dead“ inspirierte Szenen in idyllischen Vororten, die von Zombiehorden heimgesucht werden.
Regiedebütant Alexander Witt will mit seinem Sequel zu „Resident Evil“ aber ganz bestimmt keinen subtilen Spannungsfilm bieten, sondern Action. Dieses Programm zieht er konsequent und mit einem Schuss Humor durch und erhält so auf einfache Weise einen gut funktionierenden Action-Thriller. Dabei spielt er vielleicht auch ganz unbewusst mit der aktuellen Angst vor Terror insbesondere im Hinblick auf den Einsatz biologischer Waffen. Gespenstische Pseudodokumentarische Aufnahmen aus fiktiven Nachrichtensendungen wirken ähnlich Schrecken erregend wie die, die wir schon in „Dawn of the Dead“ sahen. Bestürzend genug, dass sich gewisse Szenen so, vielleicht tatsächlich in einer von einem Biowaffenanschlag heimgesuchten Stadt abspielen könnten. Es sind nicht die bissigen, halbverwesten, stoisch ruhig herumtappenden Leichen, die uns ängstigen. Es ist das Schreckgespenst Biotechnologie, das unsere Nackenhärchen sich aufrichten lässt. Aber so war das schon immer in der Science Fiction. In all ihren eher lächerlichen Ausprägungen in Form billiger Monster-Mythen konfrontiert sie uns doch mit der Angst vor etwas realem, das nur noch nicht eingetreten ist.
Real sehr nett anzuschauen sind übrigens die beiden bis an die Zähne bewaffneten Lara Croft-Klone Alice und Jill. Frauen mit schweren Schusswaffen scheinen seltsame Dinge in männlichen Hirnen zu bewirken. Und verkaufen sich deswegen auch so gut in Action-Filmen.
Weniger nett anzusehen, dafür aber amüsant ist übrigens der Kurzauftritt von Schauspieler Tom Gerhardt, der sich hier anscheinend ganz freiwillig mal nicht zum Deppen, sondern zum untoten Komparsen machen ließ. Anscheinend, weil es genauso viel Spaß an der simplen, aber guten Geschichte hatte, wie ich.
„Resident Evil: Apocalypse“ macht einfach Spaß – wenn man das Gehirn am Süßigkeitenstand abgibt.